Hoch die Regler: Frequency

12. August 2008, 18:27
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Der Begriff "Independent" mag noch so schwammig und mehrdeutig sein, als Etikett für das Salzburger "FM4 Frequency Festival" taugt er allemal

Dessen Programm bildet die stilistische Indie-Vielfalt einigermaßen ab, auch wenn auf die ganz harte Fraktion verzichtet wird. Insgesamt bespielen heuer etwa 90 Bands fünf große und kleine Open-Air-Bühnen.

Am Donnerstag treten u. a. die Dresden Dolls mit ihrem an Kurt Weill geschulten Punk-Cabaret auf. Die Liverpooler The Wombats werden mit dem Hit "Let's Dance To Joy Division" auf offene Ohren stoßen. Travis aus Schottland stehen für ebenso harmonischen wie harmlosen Wohlklang. Den Headliner auf der Hauptbühne geben R.E.M.: Die Mannen um Michael Stipe haben mit dem Album "Accelerate" zu alten Stärken zurückgefunden. Auf der Green Stage hört man etwa den Schweden José Gonzales samt Gitarre sowie die Synthiepopper Ladytron, die bisweilen Erinnerungen an New Order oder Depeche Mode wecken. Empfohlen sei der Fellmützenträger und Folkliebling aus Britannien, Lightspeed Champion.

Freitag macht eine Hälfte der Libertines als Dirty Pretty Things neoromantischen Powerpoppunk, detto The Hives oder die Manic Street Preachers. Folkrock-Waldschrat Samuel Beam alias Iron & Wine wird von einer Band - leider nicht Calexiko - begleitet. Am Samstag zelebrieren The Killers aus Las Vegas Pomprock und die französischen Electro-Hooligans Justice nützen die grüne Bühne als Platz für Provokationen. Zum Abschluss dann Tricky - der zuletzt an alten Postpunk-Spirit angedockt hat. (dog; DER STANDARD/Printausgabe, 13.08.2008)

  • Nicht vorm Garagentor im Ghetto, sondern beim Frequency Festival der
FM4-Fabrik ist Tricky am Donnerstag - stilecht kurz vor Mitternacht -
zu erleben.
    foto: saccenti

    Nicht vorm Garagentor im Ghetto, sondern beim Frequency Festival der FM4-Fabrik ist Tricky am Donnerstag - stilecht kurz vor Mitternacht - zu erleben.

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