Nicht Klima sondern Menschen rotteten die tasmanischen Beuteltiere aus

17. August 2008, 19:18
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Forscher beziehen sich auf Fund eines 41.000 Jahre alten Känguruschädels - Kälteperiode als Ursache für Artensterben ausgeschlossen

Sydney - Nicht etwa das Klima sondern vielmehr der Mensch war Schuld am Verschwinden der Riesenkängurus und anderer Beuteltiere auf Tasmanien. Britische und australische Wissenschafter schlossen in einer neuen Studie aus, dass eine Eiszeit am Aussterben der Urtiere auf der südaustralischen Insel verantwortlich sei. "Bisher haben wir angenommen, dass die Tier- und Planzenwelt bereits zerstört war, bevor überhaupt Menschen die Insel besiedelten", sagte Richard Roberts. Dies sei aber nicht so gewesen.

Für die im US-Wissenschaftsmagazin "PNAS" veröffentlichte Studie hatten die Forscher einen Känguruschädel untersucht, der im Jahr 2000 in einer tasmanischen Höhle gefunden worden war. Der Schädel ist 41.000 Jahre alt, und das Tier damit erst 2.000 Jahre nach der Besiedlung der Insel gestorben.

Beute der Jäger

Die Wissenschafter schlossen daraus, dass Menschen die 120-Kilo schweren Riesenkängurus sowie Wombats und Beutellöwen gejagt haben müssen. "Das Klima war zu dieser Zeit sehr stabil und die Tiere sind trotzdem verschwunden. (...) Der Mensch muss also in irgendeiner Weise Einfluss darauf gehabt haben", sagte Roberts.

Um die Kängurus auszurotten, müsse die Urbevölkerung Tasmaniens kein Blutbad angerichtet haben, betonte der Forscher: "Es reicht völlig aus, immer zu Weihnachten ein Babykänguru in den Kochtopf zu werfen, um eine Art auszurotten, die sich viel Zeit lässt mit der Fortpflanzung." (APA/red)

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PNAS

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    Für das Aussterben der Beuteltiere auf Tasmanien war der Mensch und nicht das Klima verantwortlich. Eines der jüngsten Opfer: Der Tasmanische Beutelwolf, das letzte Exemplar dieser Art starb 1936.

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