Solidaritätsmission der Osteuropäer

12. August 2008, 17:32
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Kaczyński & Co reisten nach Tiflis

"Die unabhängige Kaukasusrepublik wurde Opfer einer russischen Aggression. Und dies nicht zum ersten Mal in der Geschichte. Damit hat Russland wieder einmal sein wahres Gesicht gezeigt. Wir sind sehr traurig darüber" , erklärte Polens Staatspräsident. Gemeinsam mit den Präsidenten Litauens und Estlands, Valdas Adamkus und Toomas Hendrik Ilvers, sowie dem lettischen Regierungschef Ivars Godmanis flog Lech Kaczyński am Dienstag nach Tiflis. Bei einer Zwischenlandung in der Ukraine ging noch der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko an Bord. Vorbereitet hatte die Solidaritätsaktion der fünf früheren Satellitenstaaten Moskaus der polnische Präsident. In einer Erklärung hatten die vier osteuropäischen Präsidenten zuvor Moskau die Alleinschuld am Krieg zwischen Georgien und Russland zugewiesen: "Mit Bedauern müssen wir feststellen, dass die Nichtaufnahme Georgiens in den Nato-Beitrittsprozess als grünes Licht zur Aggression in dieser Region interpretiert wurde" , schrieben sie. Dass es Georgiens Präsident Michail Saakaschwili war, der in Südossetien einmarschierte, erwähnten sie nicht.

Die Solidaritätsmission wurde nicht von allen begrüßt. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy wollte etwa keine Vorabzusage machen, sich in Georgien mit Kaczyński und den anderen Präsidenten zu treffen. Eine gewisse Rolle mag hier auch die volle Unterstützung Kaczyńskis durch den US-amerikanischen Präsidenten spielen. Kaczyński hatte auf seiner Website publiziert, dass Bush ihn angerufen und ihm versichert habe, wie sehr er ihn für seine Initiative und die Übernahme der Führungsrolle schätze. (abriele Lesser aus Warschau/DER STANDARD, Printausgabe, 13.8.2008)

 

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