Armutsfalle Arbeitslosigkeit

12. August 2008, 14:33
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SP-Gabriele Binder-Maier: Bei Jobverlust droht vor allem Frauen die Armut - Mehr als drei Viertel verdienen unter 2.149 Euro

St. Pölten - "Ein durchschnittliche/r ArbeitnehmerIn muss mindestens 2.149 Euro brutto verdienen, um im Falle von Arbeitslosigkeit ein Einkommen über der inflationsbereinigten Armutsgrenze zu bekommen", informiert die SPÖ NÖ Frauen-Vorsitzende NRin Gabriele Binder-Maier zur neuen Studie der Arbeiterkammer NÖ.

Das durchschnittliche Arbeitslosengeld liege bei 772 Euro im Monat, 67 Euro unter der offiziellen Armutsgefährdungsschwelle. "Mehr als 60 Prozent der ArbeitnehmerInnen verdienen weniger und sind armutsgefährdet, wenn sie ihren Job verlieren. Am härtesten trifft das Frauen, denn mehr als drei Viertel verdienen unter 2.149 Euro", so Binder-Maier. Das zeige sich auch daran, dass das durchschnittliche Arbeitslosengeld für Frauen mit 681,84 Euro monatlich um 22,4 Prozent geringer ist, als jenes der Männer.

Arbeitslosengeld 55 Prozent des Lohnes

"Diese Spirale setzt sich fort: Frauen arbeiten oft als geringfügig Beschäftigte und Teilzeitkräfte. Diese sind leicht austauschbar und dadurch besonders häufig von Arbeitslosigkeit betroffen", erklärt Binder-Maier. Das Arbeitslosengeld liege in Österreich bei 55 Prozent des letzten Lohnes, im EU-Durchschnitt sind es aber fast 70 Prozent. Dazu komme, dass das Arbeitslosengeld im Vergleich zu 2000 um vier Prozent weniger wert ist.

Enormes Maßnahmenpaket notwendig

Um das durch die Inflation verstärkte Armutsrisiko nachhaltig zu bekämpfen, müsse ein umfangreiches Maßnahmenpaket geschnürt werden: "Neben einer Inflationsanpassung bei Arbeitslosengeld und Notstandshilfe sowie einer umfassenden Steuerreform, einer produktivitätsorientierten Lohnpolitik und einer verringerten Besteuerung von Lebensmitteln sind für uns Investitionen in eine aktive Arbeitsmarktpolitik mit der Chance auf Um- und Neuorientierung am wichtigsten", formuliert Gabriele Binder-Maier.

"Viele Frauen wollen eine Aus- und Weiterbildung machen. Fehlende Kinderbetreuungseinrichtungen, unzureichende öffentliche Verkehrsmittel und geringes Arbeitslosengeld sind allerdings Stolpersteine, die wir rasch beseitigen müssen. Wohnungskosten, Strom- und Heizkosten und Nahrungsmittel - jene Grundbedürfnisse, die zudem noch am meisten von der Teuerungsrate betroffen sind - behindern vor allem Frauen an einer Neuorientierung!", meint LFV NRin Gabi Binder-Maier und fordert spezielle Frauenförderfonds. (red)

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