Finanzierungszusagen für Austria Frost stehen

12. August 2008, 14:22
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Die Verhandlungen zur Rettung von Österreichs größtem Tiefkühl­gemüseproduzenten, der Frenzel Austria Frost, tragen die ersten Früchte

Wien - Die Verhandlungen zur Rettung von Österreichs größtem Tiefkühlgemüseproduzenten, der Frenzel Austria Frost, tragen die ersten Früchte. "Ja, es schaut wirklich gut aus", sagte "Chefverhandler" und Vize-Landeshauptmann von Niederösterreich, Ernest Gabmann, zur Tageszeitung "Österreich" (Dienstagsausgabe). "Die österreichischen Banken haben die Finanzierung zugesichert", so Gabmann.

Auch von Seiten der Gläubigerbanken wurde die Finanzierungszusage heute bestätigt. Nähere Details waren mit dem Verweis auf die "laufenden Verhandlungen" aber auch von Gabmann-Sprecher Lukas Reuterer nicht zu erfahren.

Laut heutigem "WirtschaftsBlatt" ist die österreichische Seite des Sanierungsfalles damit weitgehend gelöst. Nun müsse noch eine Einigung mit den deutschen Banken her.

Damit gibt es nach Wochen der Verunsicherung zum ersten Mal Hoffnung für die 360 wackeligen Jobs und die 400 Vertragsbauern, die Gemüse an Frenzel liefern. Dem Vernehmen nach hat Firmeneigentümer Volkmar Frenzel die ihm seit Tagen vorliegenden Finanzierungsvorschläge bzw. -bedingungen der österreichischen Banken angenommen und unterschrieben, was auch von Gabmann bestätigt wurde, heißt es im "WirtschaftsBlatt" vom Dienstag. "Die Verhandlungen haben eine positive Richtung eingeschlagen, jetzt geht es um die Finalisierung", sagte Gabmann zur Zeitung.

Weitere Hürden

Dennoch seien noch nicht alle Hürden gemeistert. Die Einigung mit den deutschen Banken, darunter sind laut Zeitung Deutsche Bank, HVB und IKB, steht noch aus. Daran werde derzeit heftig gebastelt. Zudem müssen Frenzel und seine Restrukturierungsberater von der Wirtschaftstreuhand KPMG Berlin das Fortführungskonzept neu berechnen, da es auf Unternehmenskennzahlen basiert, die bereits zwei Monate alt sind.

Volkmar Frenzel soll einen Brief an seine Geschäftspartner geschrieben haben. Der Inhalt betrifft laut "WirtschaftsBlatt" ein Ersuchen Frenzels, weitere Stundungen über 29 Monate in Kauf zu nehmen. Ernest Gabmann sprach gegenüber der Zeitung von einer "Überreaktion" Frenzels.

Frenzel selber nennt zwei Ursachen, die das Unternehmen in die finanzielle Schieflage gebracht haben: Zum einen forderte eine deutsche Bank den Kredit, den sie im Zuge des Werkskaufes gewährt hatte, nach zwei Jahren zurück. Obwohl ursprünglich eine Verlängerung in Aussicht gestellt worden war. Zum anderen wird dem Geschäftspartner Iglo Austria vorgeworfen, deutlich zu niedrige Preise an Frenzel zu zahlen, was Iglo bestreitet. Iglo behauptet laut "WirtschaftsBlatt", "marktkonforme Preise" zu zahlen.

Laut "Kurier" sollen österreichische und deutsche Banken dem angeschlagenen Betrieb in Groß-Enzersdorf 10 Mio. Euro Kredit einräumen. Dieses Geld wird aber nicht an Frenzel, sondern an den Tiefkühlgemüse-Ausschuss (TGM) überwiesen. Der soll den Landwirten dann das Geld für die eingebrachte Gemüseernte auszahlen. Tatsache sei jedenfalls, dass man seitens des Werkes in Österreich rund 4,5 Mio. Euro und in Deutschland 2,5 Mio. Euro aufbringen muss, um die diesjährige Ernte zu sichern, so der "Kurier" in seiner Ausgabe vom 8. August. (APA)

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    Nach Wochen der Verunsicherung gibt es zum ersten Mal Hoffnung für die 360 wackeligen Jobs und die 400 Vertragsbauern, die Gemüse an Frenzel liefern.

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