AMS-Kopf weist Forderung der AK zurück

12. August 2008, 13:18
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Unter bestimmten Umständen sei jetzt schon eine Rate von 80 Prozent des Letztgehalts möglich - "Arbeitslosigkeit kurz halten"

AMS-Chef Johannes Kopf kann der Forderung der Arbeiterkammer, das Arbeitslosengeld auf 75 Prozent des Letzteinkommens und damit an das europäische Niveau anzupassen, nicht viel abgewinnen. Der beste Weg, um zu erreichen, dass Arbeitslose mehr Geld haben, sei, ihnen einen Job zu verschaffen, sagte Kopf am Dienstag im ORF-Radio. "Mir erscheint es sinnvoller, nicht einfach zu sagen: Menschen, die arbeitslos sind, sollen mehr Geld bekommen, sondern sich vor allem Gedanken darüber zu machen, wie man Arbeitslosigkeit kurz hält. Denn Arbeitslosigkeit und Armut sind vor allem dann - sozusagen - Schwestern, wenn Arbeitslosigkeit lang dauert. Dann haben die Menschen wenig Geld."

Überdies würden nicht alle Arbeitslosen nur 55 Prozent des letzten Gehaltes bekommen: Unter bestimmten Umständen, etwa niedriges Ausgangsgehalt, Kinder im Haushalt und so weiter, könne diese Rate schon jetzt auf bis zu 80 Prozent erhöht werden. Seit 1. Juli können Arbeitslose, die eine längere Ausbildung machen, außerdem eine Zusatzzahlung bekommen.

Dem AMS sei es durch Schulungsmaßnahmen im Lauf der letzten zehn Jahre gelungen, die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit von viereinhalb auf drei Monate zu verkürzen. Für diese Schulungen hat das AMS zurzeit so viel Geld zur Verfügung wie nie zuvor, so Kopf. Allerdings werde ein großer Teil dafür für die Schulung von Facharbeitern ausgegeben, nach dem Motto: Erst sollen Arbeitslose zu Fachkräften aus- und weitergebildet werden, bevor der Arbeitsmarkt für Arbeitskräfte aus Osteuropa geöffnet wird. (red)

 

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