Zustimmung mit weiteren Forderungen der Hilfsorganisationen

12. August 2008, 12:52
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Weitere Wünsche: eine gesetzlich verankerte jährliche Valorisierung und eine Gesamtlösung des Pflegeproblems

Wien - Die Hilfsorganisationen haben am Dienstag das von den Regierungsparteien vereinbarte Pflegepaket begrüßt, gleichzeitig aber weitere Wünsche angemeldet. Weitgehend einig sind sie sich dabei etwa in der Forderung nach einer gesetzlich verankerten jährlichen Valorisierung des Pflegegeldes. Außerdem verweisen die Hilfsorganisationen darauf, dass eine Gesamtlösung des Pflegeproblems nach wie vor offen sei, die 24-Stunden Betreuung zu Hause betreffe nur fünf Prozent der Pflegebedürftigen, für die restlichen 95 Prozent seien Lösungen noch ausständig.

Eine jährliche verpflichtende Erhöhung des Pflegegeldes im Ausmaß der Inflation forderten die Dachorganisation der Behindertenverbände (ÖAR), die Caritas, das Rote Kreuz, die Lebenshilfe und die Volkshilfe. Sie verwiesen darauf, dass mit der jetzt vereinbarten Erhöhung um vier bis sechs Prozent angesichts der in den vergangenen Jahren nicht erfolgen Valorisierung kein Ausgleich der Teuerung erreicht werden könne.

Gesamtlösung für alle pflegebedürftigen Menschen

Außerdem fordern die Hilfsorganisationen eine Gesamtlösung für alle pflegebedürftigen Menschen in Österreich. Rot-Kreuz-Präsident Fredy Mayer urgierte eine Verbesserung der Sachleistungen durch die Länder, also den Ausbau der mobilen, sowie der teilstationären und stationären Pflege. Hilfswerk-Präsident Othmar Karas verlangte einen massiven Ausbau der Entlastungsangebote für pflegende Angehörige, nämlich mobile Dienste, teilstationäre Einrichtungen wie Tageszentren und Urlaubspflege. Der Wiener Caritas-Direktor Michael Landau meinte, es brauche ein Gesamtkonzept mit österreichweit einheitlichen Qualitäts-, Versorgungs- und Finanzierungsstandards.

Während die meisten Hilfsorganisationen das Pflegepaket der Regierung grundsätzlich begrüßten, ist es für Lebenshilfe-Präsident Germain Weber noch "ungenügend". Besonders enttäuscht ist die Lebenshilfe, dass weiterhin nur eine pauschale Abgeltung für den erweiterten Pflegebedarf von schwerst behinderten Kindern und Jugendlichen vorgesehen sei.

"Sinnvoller erster Schritt"

Volkshilfe-Geschäftsführer Erich Fenninger sprach hingegen von einer guten Lösung für die Pflegebedürftigen. Besonders wichtig seien vor allem die verbesserte Einstufung für Demenzkranke und schwerbehinderte Kinder. Für Caritas-Direktor Michael Landau handelt es sich um einen "sinnvollen ersten Schritt", für Rot-Kreuz-Präsident Fredy Mayer und für Hilfswerk-Präsident Othmar Karas jeweils um einen "wichtigen Schritt in die richtige Richtung". ÖAR-Präsident Klaus Voget sieht ein "zufriedenstellendes Ergebnis für Menschen mit Behinderungen. (APA)

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