Täglich 40 Privatkonkurse

12. August 2008, 12:45
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Der Juli war diesbezüglich ein "starkes" Monat, die Passiva pro Fall sind dabei laut KSV erfreulicherweise stark gesunken

Innsbruck - Im Juli wurden in Österreich täglich mehr als 40 Privatkonkurse angemeldet. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2008 sind diese Schuldenregulierungsverfahren im Vergleich zum Vorjahr um 16,7 Prozent gestiegen. Wien weist dabei die höchsten Zuwachsraten im Bundesländervergleich auf, hieß es in einer Aussendung des Kreditschutzverbandes KSV1870 am Dienstag.

Bis zum Jahresende werde mit rund 8.700 Konkurseröffnungen gerechnet. "Das wäre ein Wachstum von 18,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr", erklärte Johann Kosstal, Leiter Team Privatinsolvenz, "erfreulicherweise haben sich die Passiva pro Fall von durchschnittlich 155.000 Euro auf 126.000 Euro reduziert. Dieser Rückgang ergibt sich aus den Schwankungen der Verbindlichkeiten von ehemals Selbstständigen." Im Durchschnitt haben unselbstständige Schuldner (Private) Verbindlichkeiten in Höhe von 50.000 Euro.

Die Gläubiger seien zum Großteil Banken, Telekommunikationsunternehmen und Versandhäuser. Zu den Ursachen zählen laut Kreditschutzverband Arbeitslosigkeit, Krankenstände, mangelnde finanzielle Planung und übertriebenes Konsumverhalten. Im Jahr 2008 spiele aber auch die allgemeine Teuerung eine Rolle.

Einer der Gründe für das außerordentliche Wachstum in der Bundeshauptstadt sei, dass die Schuldnerberatung Wien ihre Personal-Kapazitäten stark erhöht habe und dadurch Wartezeiten reduziert werden konnten. Das ermögliche nun mehr Privatpersonen einen schnelleren Gang zum Konkursgericht. Rund 60 Prozent der Schuldner in Wien würden einen Migrations-Hintergrund haben. (APA)

 

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