Erneut Frau in Nigeria vor Steinigung

21. Februar 2003, 10:34
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Begründung: Geburt des Kindes erst nach Scheidung

Brüssel/Wien - "In Nigeria droht erneut eine junge Frau und Mutter zu Tode gesteinigt zu werden, weil sie ihr Kind erst nach Scheidung von ihrem Ehemann zur Welt gebracht hatte. Das gilt nach nigerianischer Interpretation des islamischen Rechts, der Scharia, als 'Ehebruch'. Ich habe mich in einem offenen Brief mit einer Bitte an die islamischen Glaubensgemeinschaften in Belgien, Frankreich und Österreich gewandt, um diese inhumane und grausame Todesstrafe noch aufzuheben", sagte am Freitag die österreichische Europaparlamentarierin Flemming.

Berufung

Am 22. März 2002 wurde Amina Lawal Kurami zum Tod durch Steinigung verurteilt. Verurteilungsgrund war das Kind, welches Frau Kurami nach ihrer Scheidung von ihrem Ehemann gebar. Amina Lawal Kurami hat gegen dieses Urteil Berufung eingelegt, am 25. März 2003 wird das Islamische oberste Berufungsgericht von Katsina über ihr endgültiges Schicksal entscheiden.

Protest

Flemming forderte zu einem geschlossenen und gemeinsamen Vorgehen auf, um bei den zuständigen Behörden Nigerias eine Aufhebung des Todesurteils zu erreichen. "Je mehr Menschen sich für eine Aufhebung dieses Schandurteils einsetzen, desto besser stehen die Chancen des kleinen Kindes auf eine gemeinsame Zukunft mit seiner jungen Mutter", betonte Flemming. Das Büro der Abgeordneten steht für weitere Informationen unter Email bzw. telephonisch unter +32-2-284-7775 zur Verfügung. Begnadigungsgesuche können auch an die Nigerianische Botschaft in 1030 Wien, Rennweg 25, oder per Email an die nigerianische Regierung gerichtet werden. (red)

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