"The Matrix" vereint Film- und Game-Industrie

21. Februar 2003, 19:12
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Kooperation bei Produktion setzt neue Maßstäbe - Infogrames: "Revolution in der interaktiven Unterhaltung"

Bei der Verwirklichung des Computer- und Konsolenspiels "Enter the Matrix" auf der Grundlage des Science-Fiction-Hits "The Matrix" sind sich Hollywood und die Game-Industrie nahe gekommen, wie bei keinem anderen Projekt zuvor. Das Spiel ist mit geschätzten Produktionskosten von 20 Millionen Dollar das teuerste Game, das bisher produziert wurde, berichtet die New York Times. Darüber hinaus habe das Spiel auch bei Herstellung, Design und Handlung eine bisher nicht gekannte Zusammenarbeit und Überschneidung zwischen Filmproduzenten und Game-Programmierer erreicht.

Überschneidungen

"Die Absicht war, die Stars des Films in Nebenrollen im Spiel auftreten zu lassen, in einer Handlung, die den Film ergänzt", erklärt Filmproduzent Joel Silver, so dass der Spieler "das Gefühl hat, es sei Teil des Filmerlebnisses". Das 244 Seiten starke Äquivalent zum Drehbuch haben die beiden Brüder Larry und Andy Wachowski verfasst, die auch das Drehbuch zum Originalfilm und seinen beiden Fortsetzungen für Warner Bros geschrieben haben. Im Spiel gibt es über eine Stunde Filmmaterial aus "Matrix Reloaded".

Qualität

Das Ausmaß der Kooperation sei eine "Revolution in der interaktiven Unterhaltung" gewesen, so Bruno Bonnell, CEO von Infogrames, der Mutter der produzierenden Softwareschmiede. Das Produktionsteam des Films stand für die Produzenten bei Shiny Entertainment zur Verfügung, ebenso die Schauspieler. Der Spieler kann zwar nicht mit den Hauptcharakteren wie Neo, Morpheus oder Trinity spielen. Allerdings wurden die im zweiten Teil neu hinzukommenden Figuren Niobe, gespielt von Jada Pinkett-Smith (Bild), und Ghost, ein Waffenexperte gespielt von Anthony Wong, für das Spiel digitalisiert. Mit ihnen bewegt sich der Spieler durch insgesamt sieben Hauptmissionen, die eng an die Handlung des Films angelegt sind. Das Game soll zur selben Zeit auf den Markt kommen wie das Sequel "Matrix Reloaded", das in den USA am 15. Mai startet.

Budget

Die Produktionskosten für Computer- und Konsolenspiele nähern sich immer mehr den Budgets von kleineren Filmproduktionen. Grund dafür ist nicht nur die inzwischen ausgereifte Technologie, sondern auch der steigende Umsatz in der Game-Branche, der bereits drei Viertel des Filmgeschäfts erreicht hat. Im vergangenem Jahr waren bereits die Game-Adaptionen der Filme "Spiderman" (Activision) und "Herr der Ringe: Die zwei Türme" (Electronic Arts) Kassenschlager. (pte)

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    montage: redaktion
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