Kein Ende in der Frächter-Affäre Kralowetz

21. Februar 2003, 11:32
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146 illegal Beschäftigte wurden dem Niederösterreicher zur Last gelegt - auf fast 4.000 Fahrer hat sich die Anklage ausgeweitet

München/Wien - Der niederösterreichische Frächter Karl Kralowetz - Ende April vergangenen Jahres nach einer nicht rechtskräftigen Verurteilung in Luxemburg nach Deutschland ausgeliefert und dort in Untersuchungshaft - muss mit einer erheblich vergrößerten Anklage vor dem Münchener Landesgericht rechnen: Die Staatsanwaltschaft hat sie von zunächst 146 vermuteten Fällen "gewerbsmäßiger und bandenmäßiger Einschleusung von Ausländern" auf nunmehr 3.953 Fälle erweitert. Dies bestätigte der Münchener Oberstaatsanwaltschaft Peter Henkel.

Prüfung der Faktenlage

Bereits am 20. Dezember vergangenen Jahres hatte Staatsanwalt Rüdiger Hödl beim Landgericht München II die erste Anklageschrift eingereicht. Erst vor kurzem erfolgte der nächste Schritt. "Luxemburg hat mit 13. Jänner die Verfolgung von weiteren mehr als möglichen 3.000 Fällen bewilligt. Die Prüfung der Faktenlage durch uns wird in den nächsten Tagen erfolgen", erklärte Hödl.

Strafbemessung

Das ist jetzt geschehen. Henkel: "Die Auslieferung von Kralowetz erfolgte ursprünglich für die 146 Fälle. Die jetzt erfolgte Ausweitung spielt sicherlich eine Rolle in dem Hauptverfahren." Dies könnte bei einer allfälligen Verurteilung speziell für die Strafbemessung wichtig werden.

Noch ist unklar, wann es in München zur Hauptverhandlung kommt. Henkel: "Einen Termin dafür dürfte es nicht vor in acht Wochen geben." (APA)

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