Rumsfeld: USA und Briten bereit zur Invasion

21. Februar 2003, 13:16
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Drei-Wochen-Ultimatum an Irak - Endgültige Abstimmung im UN-Sicherheitsrat für spätestens 14. März anberaumt - Mit Grafik

Washington/New York - Die Streitkräfte der USA und Großbritanniens sind nach Angaben der US-Regierung inzwischen bereit für eine Irak-Invasion. Man sei an dem Punkt angelangt, wo eine Entscheidung von Präsident George W. Bush zu einem Angriff umgesetzt werden könne, sagte Verteidigungsminister Donald Rumsfeld am Donnerstag im US-Fernsehen. Genaue Angaben zur Truppenstärke in der Golf-Region machte er nicht. "Ich würde sie als ausreichend charakterisieren", sagte er.

"Große Koalition"

Rumsfeld wiederholte die Ansicht, dass sich weitere Staaten einem Militäreinsatz anschließen würden. "Es wird eine große Koalition geben", sagte er. Das US-Militär sei auch darauf vorbereitet, dass der Streit um eine Nutzung von türkischen Basen für den Aufbau einer Nordfront nicht beigelegt werden könne. "Wir machen es auf eine andere Art", sagte er, ohne Einzelheiten zu nennen. Es gebe umfassende Pläne, die eine große Bandbreite von Kriegsverläufen berücksichtigten, von einer Massenkapitulation irakischer Truppen über den Einsatz von chemischen und biologischen Waffen bis hin zu einem Häuserkampf in einer "Festung Bagdad".

Britische Zeitungen: Kriegsbeginn spätestens am 14. März

Nach übereinstimmenden Berichten mehrerer britischer Zeitungen sind sich die USA und Großbritannien einig, den Krieg bis zum 14. März zu beginnen. Nach Informationen der britischen "Financial Times" wollen die USA erreichen, dass der UNO-Sicherheitsrat vor dem 14. März ein abschließendes Urteil über die Verletzung von Resolution 1441 durch die irakische Regierung fällt. Die von Frankreich für diesen Tag vorgeschlagene Sitzung des UNO-Gremiums wäre damit hinfällig.

Die "Times" meldete, Washington und London wollten die endgültige Abstimmung im Sicherheitsrat zwischen dem 7. und 14. März anberaumen. Die "Daily Mail" berichtete, US-Präsident George Bush und der britische Premierminister Tony Blair wollten dem Irak eine dreiwöchige Frist zur Entwaffnung einräumen. Blair habe zugestimmt, spätestens am 14. März "loszuschlagen".

Im Werben um die Unterstützung des Sicherheitsrats für ihre Irak-Politik setzen die USA verstärkt auf die drei afrikanischen Mitglieder des höchsten UNO-Gremiums. Zum Auftakt einer Reise nach Angola, Kamerun und Guinea traf der Leiter der Afrika-Abteilung im US-Außenministerium, Walter Kansteiner, den angolanischen Präsidenten José Eduardo dos Santos, wie Außenamtssprecher Richard Boucher in Washington mitteilte. Kansteiner habe in dem Gespräch klar gemacht, "welche Maßnahmen der Sicherheitsrat ergreifen muss, um sich zu behaupten". Der Sprecher wies Presseberichte zurück, wonach sich Washington die Zustimmung der drei afrikanischen Ratsmitglieder erkaufen wolle: "Wir bieten keinen Kuhhandel an." (APA/Reuters/AP)

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    US-Militärkreisen zufolge haben die USA und Großbritannien mehr als 150.000 Soldaten, dutzende Kriegsschiffe und hunderte Flugzeuge in der Golf-Region zusammengezogen. Bis Ende Februar könnte diese Zahl auf mehr als 200.000 anwachsen. Zu den Streitkräften sollen in Kürze insgesamt sechs Flugzeugträger gehören, davon fünf aus den USA und einer aus Großbritannien.

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    US-Verteidigungsminister Rumsfeld: Möglicher Befehl des US-Präsidenten zum Militärschlag könne sofort umgesetzt werden.

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