Biogen verschiebt Medikament- Einführung in Europa um Jahre

20. Februar 2003, 23:54
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New York - Der US-Biotechnologiekonzern Biogen verschiebt die Einführung seines Medikaments gegen Schuppenflechte auf dem europäischen Markt um mehrere Jahre. Die Behörden hätten weitere Informationen zu dem Mittel Amevive verlangt, teilte das in Cambridge im US-Staat Massachusetts ansässige Unternehmen am Donnerstag mit. Biogen hatte auf eine Zulassung gehofft, um dem sinkenden Umsatz mit dem einzigen anderen Konzernprodukt, dem Multiple-Sklerose-Medikament Avonex, entgegenzuwirken. Für das Schuppenflechte-Mittel, das in den USA bereits zugelassen ist, rechnet Biogen bis 2005 mit einem Umsatz von rund 500 Millionen Dollar.

Analysten zeigten sich jedoch skeptisch, ob das Mittel angesichts der wachsenden Konkurrenz ähnlicher Präparate von anderen Biotechnologiekonzernen wie Amgen und Genentech die Umsatzerwartungen erfüllen wird. "Ich habe wegen Biogen bereits seit einiger Zeit Bedenken, und die Nachrichten von heute haben sie noch verschlimmert", sagte Greg Aurand, Portfolio Manager bei Orbitex Management. Andere Analysten senkten in Reaktion auf die Mitteilung ihre Ertragsprognosen für den Konzern. Dennis Harp von der Deutschen Bank, der für Amevive im europäischen Markt mit einem Umsatz von 200 Millionen Dollar (186 Mill. Euro) gerechnet hatte, senkte seine Gewinnerwartungen für 2003 auf 1,65 Dollar je Aktie von zuvor 1,68 Dollar. Die Prognose für 2004 reduzierte er auf 1,75 Dollar von 2,00 Dollar je Aktie. "Damit verschiebt sich die Markteinführung eines wichtigen Mittels, das aus einem Ein-Medikament-Unternehmen ein Zwei-Medikament-Unternehmen machen sollte", sagte er.

Biogen-Sprecherin Amy McKnight sagte, die europäischen Behörden hätten keine Sicherheitsbedenken zu dem Mittel geäußert. Sie hätten aber neue Versuche verlangt, die Amevive mit anderen herkömmlichen Mitteln gegen die Krankheit vergleichen sollten. "Wir haben unseren Antrag zurückgezogen, weil wir Zeit brauchen, um über unser weiteres Vorgehen zu entscheiden", sagte sie. (APA/Reuters)

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