Chancengleichheit für Männer und Frauen wird Grundrecht

20. Februar 2003, 20:30
1 Posting

Italien nimmt Gleichberechtigung in Verfassung auf

Rom - Männer und Frauen haben in Italien ab sofort die gleichen Chancen bei der Bewerbung um öffentliche Ämter: Die zweite Kammer des italienischen Parlaments verabschiedete am Donnerstag in Rom ein Gesetz, wonach die Chancengleichheit beim Zugang zu öffentlichen Ämtern und Funktionen in die Verfassung aufgenommen wird. Nach dem geänderten Artikel 51 muss "die Republik mit angemessenen Mitteln die Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern fördern". Auf den Weg gebracht wurde das Gesetz im August 2001 von der Regierung von Silvio Berlusconi. Es ist die zweite Verfassungsreform dieser Regierung. Im Juli verabschiedete das Parlament ein Gesetz, das die Rückkehr der nach dem Zweiten Weltkrieg ins Exil getriebenen italienischen Königsfamilie erlaubte.

Fast keine Frauen in der Politik

Der Frauenanteil im römischen Parlament verdeutlicht den Handlungsdruck: Mit 9,2 Prozent Frauen in der Volksvertretung ist Italien europaweit das Schlusslicht. Schweden liegt mit 42,7 Parlamentarierinnen an erster Stelle. Rund 32 Prozent der Bundestagsabgeordneten sind Frauen. (APA/ag.)

Share if you care.