Die Christl

20. Februar 2003, 20:22
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"Starmania" hat freitags ein Ende - mit einem Antistar im besten Sinne? Mehr dazu von Daniel Glattauer

Am Freitag endet "Starmania". Das ist die Show, die Sie nie gesehen haben. (Nur alle anderen acht Millionen Österreicher.) Aber einigen wir uns: Dank der Kinder Ihrer Nachbarn sind Sie informiert. Bei mir liegt der Fall anders. Ich habe 1981 bei der Ausscheidung für "Die große Chance" selbst vorgesungen. Ich hatte damals einen (bis heute nicht gelandeten) Welthit geschrieben, kein Spaß. Der Gott der Peinlichkeit hat aber alle Augen zugedrückt und mir einen TV-Auftritt erspart. Aus Demut muss ich mir jetzt ab und zu solche Sendungen ansehen.

Nun, "die Christl" kennen wir alle, oder? Sie ist der Lichtblick der Show. Ein Antistar im besten Sinne. Quatscht nicht, schleimt nicht, drängt sich nie vor. Erträgt die blödesten Interviews (und verdient sich damit gute). Versteckt sich geschickt vor der Kamera. Leidet physisch unter Arabellas Teenie-Sabbererotik. Ist weder eitel noch geltungssüchtig. Hat auf einer Showbühne eigentlich nichts zu suchen. Doch ihr Problem: Sie kann nicht ausscheiden. Denn sie singt einfach so unheimlich gern und viel mehr echt als schlecht. Vielleicht wird sie deswegen sogar gewinnen müssen. Macht aber nichts. Es zwingt sie ja keiner, ein Star zu werden. Oder? (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.2. 2003)

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    Leidet physisch unter Arabellas Teenie-Sabbererotik: Christina Stürmer, "Starmania"-Finalistin.
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