Schausberger: "Pröll ist ein bissl im Ausnahmezustand"

20. Februar 2003, 19:31
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VP-Granden hielten sich vor Beginn des Parteivorstands großteils bedeckt

Wien - Das große Schweigen herrschte am Donnerstag vor Beginn des ÖVP-Vorstands in Wien. Zahlreiche Vorstandsmitglieder betraten die Parteizentrale durch die Hintertür, Wortspenden waren allgemein gehalten. So meinte der Salzburger Landeshauptmann Schausberger, er erwarte "eine gute Lösung": "Ich bin überzeugt, dass der Vorschlag des Bundeskanzlers vom Parteivorstand mit großer Mehrheit mitgetragen wird."

Angesprochen auf die Opposition seines niederösterreichischen Kollegen Pröll gegen eine Fortsetzung der schwarz-blauen Koalition, meinte Schausberger mit Blick auf dessen laufenden Wahlkampf: "Der Kollege Pröll ist ja ein bissl im Ausnahmezustand."

Leichte Tendenzen in Richtung FPÖ ließ JVP-Chefin Fuhrmann erkennen. Angesprochen auf Zweifel an der Stabilität der Freiheitlichen meinte sie, es stelle sich auch die Frage, wie stabil die SPÖ sei: "Auch in der SPÖ sind im Hintergrund einige, die dagegen arbeiten."

Festlegen wollte Fuhrmann sich nicht: Schließlich sei noch nicht bekannt, wie die Verhandlungen mit den Parteichefs Haupt und Gusenbauer gelaufen seien. Zum Hinweis von Bildungsministerin Gehrer, für eine Koalition mit der SPÖ sei ein "kleines Wunder" nötig, meinte Fuhrmann allerdings: "Wunder ist ein richtiges Wort. Die müssen uns schon sehr entgegen kommen."

Pröll selbst wollte das Thema vorerst nicht kommentieren: "Meine Argumentationen und Überlegungen werde ich im Parteivorstand darlegen und nicht jetzt." Kommentarlos durch die Hintertür kamen auch Innenminister Strasser, Außenministerin Ferrero-Waldner sowie Oberösterreichs Landeshauptmann Pühringer. Letzterer hatte sich zuletzt ja ebenfalls kritisch über eine Fortsetzung von Schwarz-Blau geäußert. Er meinte vor der Sitzung lediglich, er habe diesen Aussagen nichts hinzuzufügen. (APA)

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    Landeshauptmann über Landeshauptmann: "Der Kollege Pröll ist ja ein bissl im Ausnahmezustand."

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