Nordirland: Protestantische Untergrundgruppe übergibt Waffenlager

20. Februar 2003, 18:16
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UDA-Kommandant will interne Fehde beenden

Belfast - Die protestantische Untergrundorganisation Ulster Defence Association (UDA) hat eines ihrer Waffenlager übergeben. Britische Spezialkräfte entschärften in der Nacht zum Donnerstag 14 Rohrbomben und weitere Sprengsätze auf einem brachliegenden Grundstück im protestantischen Bezirk Shankill im nordirischen Belfast.

Die UDA hatte die Waffen gegen Katholiken und in jüngster Zeit auch bei internen Kämpfen benutzt. Im Mittelpunkt stand dabei der frühere UDA-Kommandant von Shankill, Johnny Adair. Die Fehde zwischen Adair und rivalisierenden protestantischen Untergrundkämpfern hat in den letzten drei Jahren mehr als einem Dutzend Menschen das Leben gekostet. Der neue UDA-Kommandant in Shankill sagte der Nachrichtenagentur AP am Donnerstag, die Übergabe des Waffenlagers sei ein Zeichen, dass die Fehde innerhalb der UDA nun vorüber sei. Gleichwohl bleibe man bewaffnet, um sich weiterhin gegen Katholiken "verteidigen" zu können. Der UDA-Kommandant wollte anonym bleiben, da die Mitgliedschaft in der UDA unter Strafe steht.

Britische und protestantische Politiker begrüßten die Entscheidung und hoffen, sie sei ein erster Schritt zur kompletten Entwaffnung, die der Friedenspakt für Nordirland aus dem Jahr 1998 vorsieht. Zuvor hat die UDA keine einzige Waffen abgegeben. Die Organisation hat seit ihrer Gründung 1971 mehr als 300 Katholiken getötet. (APA/AP)

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