Türkei: Polizei beschlagnahmt verdächtiges chemisches Material

20. Februar 2003, 17:06
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Substanz aus Russland wird behördlich untersucht

Diyarbakir - Die türkische Polizei hat 3.500 Behälter mit einer verdächtigen chemischen Flüssigkeit beschlagnahmt und sieben Menschen festgenommen. "Es könnte sich um Flüssigkeit für chemische Waffen handeln", sagte am Donnerstag ein Sicherheitsbeamter, der nicht namentlich genannt werden wollte. Die Glasbehälter seien nach Ankara zur Untersuchung geschickt worden. Die sieben Türken seien in der südöstlichen Provinz Diyarbakir festgenommen worden.

Die Provinz liegt in der Nähe der Grenze zum Irak. Die Festgenommenen hätten der Polizei gesagt, dass das Material aus Russland stamme. Die türkische Behörden hätten die russische Regierung um Mithilfe bei der Untersuchung gebeten, sagte der Sicherheitsbeamte weiter. Über den Zielort des Wagens, auf dem die Behälter transportiert wurden, gab es zunächst keine Information.

Die türkische Grenzregion gilt als Aufmarschgebiet für US-Truppen in Falle eines Irak-Kriegs. Die USA beschuldigen den Irak, Massenvernichtungswaffen zu verstecken und in den Besitz weiterer solcher Waffen gelangen zu wollen. Die türkische Polizei hatte voriges Jahr Metallbehälter beschlagnahmt, in denen sie Plutonium vermutet hatte. Nach der Analyse des Materials war dann allerdings festgestellt worden, dass es sich um Sand handelte.(APA/Reuters)

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