Bonitätsabfrage via Internet soll Zahlungsausfälle vermeiden

20. Februar 2003, 15:49
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Kooperation zwischen Phonet und Dialog Telekom - Bonitätsrelevante Daten von Infobroker Deltavista

Mit dem exklusiven Vertrieb eines neuen Bonitäts-Abfrageproduktes will die auf den Handel mit Telekommunikationsprodukten spezialisierte Phonet Telecom Austria GmbH aus Wien-Schwechat, sie zählt zur deutschen NT plus-Gruppe, heimischen Klein- und Mittelbetrieben in Zukunft unbezahlte Rechnungen ersparen. In Kooperation mit dem Linzer Telekommunikationsunternehmen und Internetdienstleister Dialog Telekom wird Phonet unter der Bezeichnung "Dialog Control" ein Echtzeit-Bonitätsabfragesystem für österreichische Unternehmen und Privatpersonen vermarkten.

Die zu Grunde liegende Datenbank stammt von der Österreich-Tochter des Schweizer Infobrokers Deltavista, der bonitätsrelevante Daten von Unternehmen und Privatpersonen über Inkassobüros, den Versandhandel und weitere Partner bezieht. Die laut Angaben größte österreichische Datenbank dieser Art mit acht Millionen Datensätzen soll kleinen und mittleren Unternehmen helfen, ihre Kunden auf Bonität zu prüfen. Ausländer sind nicht berücksichtigt, diese machen jedoch nur einen geringen Teil aus, hieß es.

Mit einer Abfragegebühr von 1,2 bis 2 Euro (je nach erworbener Paketgröße) ohne jegliche Grundgebühr sieht Mathias Holley, Online Produkt Manager bei Dialog, gegenüber der Konkurrenz einen Kostenvorteil von mindestens 1 zu 5.

Bis Ende 2003 will Phonet 1.000 Kunden gewinnen, wobei zuerst die eigenen Kunden beworben werden. Ab März ist eine flächendeckende Werbeaktion geplant.

Neben der Bonitätsabfrage und Firmenprofilen vom bekannten internationalen Business Info Provider Dun & Bradstreet lassen sich kostenlose Zusatzinformationen wie Adressdetails und Personalinformationen abrufen. Auch Publikationen und Inkassomeldungen sind im System sichtbar. Alte Informationen bleiben archiviert, um beispielsweise die Falschangabe früherer Adressen nachvollziehen zu können. Über "Beziehungen" lassen sich Gesellschaftsstruktur und Zeichnungsberechtigte abrufen. Die Datensätze werden bei jeder bonitätsrelevanten Änderung aktualisiert.

Da die Bonitätsabfragen gemäß Datenschutzgesetz nur bei berechtigter Interessenslage getätigt werden dürfen, wird eine diesbezügliche Meldung eingeblendet und jede Abfrage protokolliert. "Sollte die Datenschutzkommission einmal wissen wollen, ob eine Abfrage ohne laufendes Geschäft oder dessen geplanter Anbahnung erfolgt ist, geben wir einfach das Logfile heraus", so Holley.

Wie dringend eine Dienstleistung dieser Art in Österreich benötigt werde, zeige ein Blick auf die Insolvenzstatistik der Wirtschaftskammer Österreich: Nach 4 Mrd. Euro Passiva im Jahr 2001 wurden 2002 insgesamt 5.329 Insolvenzen gezählt. Daraus resultierende Forderungsausfälle seien für kleine und mittlere Unternehmen oft Existenz bedrohend gewesen.(APA)

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