Daum will einheizen

20. Februar 2003, 15:30
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Austria-Coach fordert Rasen-Heizung für alle Stadien - Spiele am Wochenende gefährdet

Wien - In der aktuellen Diskussion, ob man den Start der Fußball-T-Mobile-Bundesliga am kommenden Wochenende auf Grund des Winterwetters absagen oder verschieben soll, hat sich nun auch Christoph Daum lautstark zu Wort gemeldet. "Es ist eine Katastrophe, eine Zumutung, dass Rasenheizungen in den Stadien nicht verpflichtend sind", kritisierte der Trainer von Tabellenführer Austria Wien, der am Sonntag in Klagenfurt gegen den FC Kärnten die Frühjahrssaison in Angriff nimmt. Daum fordert deshalb, solche Einrichtungen auch für einen Trainingsplatz in den Katalog für das Lizenzierungsverfahren aufzunehmen.

Kriterien: Spielqualität und Gesundheit

Er hält diesen Vorschlag für die Zukunft auf Grund der klimatischen Bedingungen im Land als absolut diskussionswürdig. Die finanziellen Rahmenbedingungen wären relativ bescheiden, eine Rasenheizung (derzeit nur in Graz, Linz und Innsbruck vorhanden) koste zwischen 150.000 und 200.000 Euro. "Das ist kein utopischer Betrag und das Geld wäre besser investiert als in so manchen Legionär", meinte Daum am Donnerstag auf einer Pressekonferenz im Horr-Stadion. Denn auf gefrorenen Böden wie jetzt leidet nicht nur die Qualität eines Spieles, sondern es sei auch die Gesundheit der Spieler gefährdet. "Gefrorene Böden sind das Kriterium der Verletzungsgefahr, in diesen Zeiten bereiten Torhüter ihre Hüftarthrosen vor."

Umstellungsprobleme

Die Vorbereitung der Violetten in der Türkei und zuletzt in Spanien verlief bestens, die Umstellung nach der Rückkehr hingegen ganz und gar nicht, weil sich in der Heimat Julio Cesar, Rothbauer, M. Wagner verletzt haben. Cesar und Rothbauer fallen Sonntag sicher aus, der Kapitän hat am Donnerstag das Training wieder aufgenommen, ist aber fraglich. "Im Training auf Parkplatz ähnlichen Böden habe ich wahre Eiertänze meiner Spieler erlebt, Körper und Ball sind nur schwer kontrollierbar", erzählte er aus dem Alltag.

Leere Kilometer

Der violette Countdown auf den geplanten Start am Sonntag in Klagenfurt läuft aber trotz der widrigen Verhältnisse "normal". Der überlegene Tabellenführer möchte die Reise am Samstag in den Süden dennoch möglichst weit hinauszögern, um die Vorkommissionierung durch den Schiedsrichter abzuwarten und nicht leere Kilometer zu machen. "Nur bei grundlegender Änderung der Verhältnisse von Samstag auf Sonntag würde ich eine Absage akzeptieren, eine solche am Spieltag aber nicht", sagt Daum, der mit seiner Elf das "bestmögliche Produkt Fußball" abliefern möchte.

Schachners Abrechnung

Cool und gelassen reagierte der Deutsche auf Walter Schachners Abrechnung mit der Austria am Mittwoch Abend auf der "Krone-Gala". Der Steirer, der als "Trainer des Jahres" Stimmen aus dem Lager des FC Kärnten, der Austria und seinem jetzigen Arbeitgeber GAK erhalten hatte und dafür geehrt wurde, packte nach kurzen Dankesworten einen Zettel aus und griff die Violetten frontal an: "Frank Stronach sagt kaufen, kaufen, Zeit bekommt man aber nicht. Er wird dabei schlecht beraten." Daum dazu: "Der erste Teil war witzig und toll, zum zweiten mit dem Zettel gebe ich keinen Kommentar". Magna-Mäzen Stronach schüttelte den Kopf und meinte: "Das macht man nicht, aber nun weiß jeder, warum er nicht mehr bei uns ist."

Spiele mit Fragezeichen

Die Bundesliga-Vereine bekräftigten am Donnerstag im Rahmen des "Jour Fixe" im Vösendorfer Eventhotel Pyramide, die für das kommende Wochenende geplante 22. Runde wie vorgesehen austragen zu wollen. Fragezeichen stehen aber noch hinter den Partien im Paschinger Wald- und im Wiener Hanappi-Stadion, wo am Samstag SV Ried bzw. VfB Admira Wacker zu Gast sind. Dort gibt es jeweils am Freitag zur Spielbeginnzeit (17.15/live Premiere) bzw. 15.30) Vorkommissionierungen.

Frost in Hütteldorf und Pasching

Am Spieltag selbst wird vier Stunden vor dem Ankick eine weitere Begutachtung der Plätze vorgenommen. Das gilt natürlich auch für die einzige Sonntag-Begegnung FC Kärnten - Austria Wien (Beginn 16 Uhr/live ORF 1). "Es wird allerorts fieberhaft gearbeitet", sagte Liga-Sprecher Christian Kircher am Donnerstag. Die Plätze in Hütteldorf und in Pasching sind derzeit gefroren. Nur die Grazer haben derzeit keine diesbezüglichen Sorgen. Die Schwarzenegger-Arena, wo am Samstag (15.30) der GAK auf SW Bregenz trifft, verfügt wie die Stadien in Linz und Innsbruck über eine Rasenheizung. (APA)

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