Chinesische Firma schluckt koreanische Hightech-Schmiede

20. Februar 2003, 15:00
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Größte Auslandsakquisition bisher – BOE erhält Zugriff auf Schlüsseltechnologie

Die chinesische Hightechfirma BOE Technology ist auf Expansionskurs und hat sich die südkoreanische Hydis , eine Tochter des Speicherherstellers Hynix Semiconductor, einverleibt. Der Kaufpreis umfasst 200 Mio. Dollar in bar sowie die Übernahme von Hydis-Schulden in der Höhe von rund 180 Mio. Dollar, berichtet die South China Morning Post (SCMP) am Donnerstag. Die Übernahme ist die bisher größte ausländische Akquisition durch eine chinesische Hightech-Company.

BOE erhält durch den Kauf Zugriff auf eine für das Unternehmen wertvolle Schlüsseltechnologie. Die südkoreanische Hydis ist auf die Herstellung von TFT-(thin-film transistor)LCDs spezialisiert, die unter anderem in PCs, Handys, Autonavigationssystemen und Farbfernsehgeräten zum Einsatz kommen. Mit einem Anteil von rund vier Prozent ist das Unternehmen derzeit die Nummer neun auf dem Weltmarkt. Durch die Hydis-Übernahme will BOE langfristig der drittgrößte Produzent von TFT-LCDs werden, sagte BOE-Vizepräsident Chen Yanxun.

Mit der Übernahme geht die chinesische Firma aber auch erhebliches Risiko ein, denn die Akquisitionskosten betragen beinahe die Hälfte der eigenen Vermögenswerte. BOE muss zur Finanzierung einen Kredit von rund 210 Mio. Dollar aufnehmen, berichtet die SCMP: Weitere 500 Mio. Dollar will man in den Bau einer neuen Fabrik in Peking stecken, wo mit Hydis-Technologie TFT-LCDs der fünften Generation hergestellt werden sollen. Trotz der Risken sind die chinesischen Manager zuversichtlich: Der ehrgeizige Business-Plan sieht bis 2010 eine Verzehnfachung des Umsatzes auf zehn Mrd. Dollar vor. Die neue Fabrik in Peking soll einen jährlichen Umsatz von 1,8 Mrd. Dollar einspielen.(pte)

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