Kettenbriefe trieben zur Tat

20. Februar 2003, 15:28
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Nigerianischer Konsul in Prag von Pensionist erschossen - Mehrere Privatvermögen verschwanden nach verheißungsvollen Versprechen

Prag - Der nigerianische Konsul in Prag, Michael Lekara Wayid, ist am Mittwoch in der tschechischen Hauptstadt von einem 72-jährigen Mann erschossen worden. Der Pensionist habe Wayid vermutlich für seinen finanziellen Ruin verantwortlich gemacht, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Der Tscheche ist ersten Ermittlungsergebnissen zufolge auf seit Jahren kursierende Kettenbriefe aus Nigeria hereingefallen, die märchenhafte Gewinne versprechen und in denen von "nigerianischen Regierungskreisen" die Rede ist.

In Tschechien seien solche Schreiben seit 1997 bekannt, hieß es. Darin wird dem Empfänger eine umfangreiche Provision für den Fall in Aussicht gestellt, dass er sein Bankkonto für eine angeblich legale Transaktion zur Verfügung stellt. In vielen Fällen haben die Betrogenen nach der Zahlung einer hohen "Gebühr" nie mehr etwas von den vermeintlichen "Regierungskreisen" gehört. (APA/dpa)

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