Grauer Markt kostet IT-Branche Milliarden

20. Februar 2003, 14:39
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Studie: Marktvolumen nicht autorisierter Handelswege wird auf 40 Milliarden Dollar geschätzt

Frankfurt - Der Handel mit Produkten rund um Computer und Software auf dem so genannten Graumarkt führt in der ohnehin gebeutelten IT-Branche einer Studie zufolge weltweit zu Verlusten in Milliardenhöhe. Über nicht autorisierte Handelswege würden verbilligte Markenprodukte wie Computer und entsprechendes Zubehör im Wert von inzwischen jährlich 40 Mrd. Dollar (37,3 Mrd. Euro) umgesetzt, fand die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG heraus.

Fünf Milliarden Dollar Verluste

Den Herstellern entstünden neben einem Imageschaden zudem jährlich Verluste von rund fünf Mrd. Dollar - Tendenz steigend. Ursache für das stetige Anwachsen des grauen Marktes seien unter anderem Betrug sowie der Missbrauch von Vertriebsvereinbarungen mit den Herstellern und deren Rabattaktionen, heißt es in der Studie. Dabei hätten viele der verbilligt angebotenen Produkte ungültige oder nur im Ausland einklagbare Garantien. Zum Teil seien sie auch mit gefälschten Einzelteilen ausgestattet.

Schnäppchen

Zur Vorgehensweise der Händler am grauen Markt fand KPMG heraus, dass viele beispielsweise offizielle Rabattaktionen der Hersteller ausnutzten, um sich mit zahlreichen verbilligten Geräten einzudecken. Oder sie kauften von insolventen Firmen große Mengen nicht abgesetzter Waren. Da sie diese dann aber nicht komplett auf herkömmliche Weise in ihren Geschäften losschlagen könnten, würden sie den Rest in der Regel auf dem grauen Markt anbieten. Rund 36 Prozent der Befragten gaben an, dass Graumarktprodukte zehn bis 20 Prozent preiswerter verkauft würden. Andere hätten sogar von 20 bis 40 Prozent gesprochen.

Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit der "Anti-Gray Market Alliance" erstellt, einem Zusammenschluss US-amerikanischer IT-Unternehmen.(APA/Reuters)

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