Öl und Wasser lässt sich doch mischen

22. Februar 2003, 19:00
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... wenn die Luft entfernt wird

Wien - Öl und Wasser vermischen sich nicht - das galt bisher nicht nur in chemisch-physikalischen Forschungslabors, sondern auch in der Küche. Durch jüngste Experimente des Chemikers Ric Pashley von der Australian National University in Canberra kommt das Dogma nun ins Wanken: Er entfernte die ansonsten stets vorhandene Luft aus dem Wasser und beobachtete eine spontane, dauerhafte Vermischung von Öl und Wasser, berichtet die Wissenschaftszeitschrift "New Scientist".

Bringt man Wasser und Öl zusammen, kann man normalerweise noch so heftig schütteln, sobald man die Sache ruhig stehen lässt, schwimmt das Öl obenauf. Erst durch Zugabe so genannter Detergenzien - etwa Spülmittel - oder Stabilisatoren kann eine homogene Flüssigkeit hergestellt werden. Dass Luft dabei eine Rolle spielt, war bisher unbekannt.

Wolkenartige Emulsion

Pashley entfernte aus einer - vorerst natürlich erfolglosen - Wasser-Öl-Mischung sämtliche Gase, indem er die Luft abpumpte und dabei das Gemisch wiederholt abwechselnd einfror und auftaute. Was anschließend passierte, überraschte auch den Chemiker: Es entstand spontan eine wolkenartige Emulsion aus Wasser und Öl, die auch bestehen blieb, als sie wieder der Luft ausgesetzt wurde.

Auf die Idee kam Pashley, als er dünne, ölartige und Wasser abstoßende Oberflächen beobachtete. Beim Auseinanderziehen solche Filme bemerkte er mikroskopisch kleine Höhlen oder Bläschen, die vermutlich mit Gas aus dem Wasser gefüllt waren. Normales Wasser enthält stets physikalisch gelöste Luft, ohne Sauerstoff könnten Fische beispielsweise nicht überleben. (APA)

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