Blockfreie Staaten beraten über Irak-Krise und Globalisierung

20. Februar 2003, 13:47
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Vorwurf an westliche Industriestaaten: Doppelmoral im Krieg gegen den Terrorismus

Kuala Lumpur - Vertreter der 114 blockfreien Staaten haben am Donnerstag mit ihren Beratungen über die Irak-Krise und die Auswirkungen der Globalisierung begonnen. Zum Auftakt des vorbereitenden Treffens der Blockfreien-Bewegung (NAM) in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur warf der malaysische Außenminister Syed Hamid Albar den westlichen Industriestaaten Doppelmoral in ihrem Krieg gegen den Terrorismus vor.

Einerseits hielten sie den Entwicklungs- und Schwellenländern "Vorträge über Menschenrechtsverletzungen", andererseits habe ausgerechnet der Antiterror-Kampf die "schlimmsten rassistischen Regungen zu Tage gefördert", sagte Syed Hamid. Diese fänden inzwischen auch Widerhall in der offiziellen Antiterror-Politik vieler westlicher Staaten. Die Bewegung der Blockfreien müsse sich dem entgegenstemmen.

Gemeinsames Positionspapier zur Irak-Krise erwartet

Das Ministertreffen bereitet den am Montag beginnenenden Gipfel der Blockfreien vor. Nach dem Willen Malaysias soll der Gipfel am Dienstag mit einer gemeinsamen Erklärung gegen einen Irak-Krieg enden. Der Blockfreien-Bewegung gehören 114 Schwellen- und Entwicklungsländer an. Die meisten von ihnen sind finanziell von den Industrieländern abhängig und militärisch schwach. Aber auch die Atommächte Indien und Pakistan sowie Nordkorea, der Irak und der Iran gehören zu dem losen Zusammenschluss.

Streit um "undiplomatische Sprache"

Zu einem Eklat führte am Donnerstag der Versuch Nordkoreas, im Streit um sein verbotenes Atomprogramm eine Verurteilung der USA durchzusetzen. Nach Angaben eines südostasiatischen Diplomaten versuchten hochrangige Vertreter mehrerer Staaten, Nordkorea zu einer Aufgabe seiner "undiplomatischen Sprache" zu bringen. (APA/AFP)

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