"Die Kunst den Populisten?"

20. Februar 2003, 13:29
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Tanzquartier lädt am 1.3. zu Kulturpolitik-Diskussion

Wien - Prominent besetzt ist das Podium einer Diskussion im Wiener Tanzquartier zum Thema "Die neue Effizienzkultur: Die Kunst den Populisten?" am Samstag, 1. März, um 16 Uhr in der Halle G im MuseumsQuartier: Stefanie Carp vom Schauspielhaus Zürich, William Forsythe vom Ballett Frankfurt und Elisabeth Schweeger, die österreichische Leiterin des Frankfurter Schauspiels, Medientheoretiker, Ausstellungsmacher und ZKM-Chef Peter Weibel sowie weitere Künstler und Veranstalter werden über restaurative Tendenzen in der aktuellen europäischen Kulturpolitik diskutieren.

Well-made plays und Boulevard

Wie lassen sich künstlerischer Anspruch, veranstalterisches Risiko und innovative Kulturarbeit in Zeiten durchsetzen, in denen die Politik von den Theatern vor allem Quote, Repräsentation und Massenkultur fordert, fragt das Tanzquartier via Presseaussendung: "Klassikerpflege, well-made plays und Boulevard bestimmen die Spielpläne der Theater und Ballettkompanien. Zeitgenössischer Tanz belebt die Mehrspartenhäuser und muss gleichzeitig das finanzielle Aus befürchten".

Marthaler und Forsythe

Anlass für die Diskussion im Rahmen der diesjährigen Schwerpunktsetzung "Tanz & Politik" sind die Ereignisse um William Forsythe und Christoph Marthaler, die sich trotz internationaler Erfolge restriktiven Maßnahmen von Seiten der Kulturpolitik gegenüber sahen.

Dem international anerkannten Ballett Frankfurt, dem Forsythe voransteht, sollten die Subventionen ab Herbst 2004 um 80 Prozent zusammengestrichen werden, nun wird es aufgelöst.

Besorgnis erregten auch die Angriffe auf Christoph Marthaler, der wegen mangelnden Publikumsinteresses im September 2002 zum Ende der laufenden Saison vorzeitig als Direktor des Zürcher Schauspielhauses gekündigt worden war, obwohl die Zeitschrift "Theater heute" wenige Tage zuvor das Haus zum zweiten Mal in Folge zum "Theater des Jahres" gekürt hatte. Sein Rauswurf wurde nach heftigen Protesten in der gesamten deutschsprachigen Theaterszene allerdings wieder rückgängig gemacht.

Unter der Leitung von STANDARD-Redakteur Claus Philipp diskutieren Stefanie Carp (Chefdramaturgie Schauspielhaus Zürich), William Forsythe (Ballett Frankfurt), Sigrid Gareis (Tanzquartier Wien), Alexander Horwath (Österreichisches Filmmuseum), Nele Hertling (Hebbel-Theater, Berlin), Elisabeth Schweeger (schauspielfrankfurt) und Peter Weibel (Zentrum für Kunst und Medientheorie, Karlsruhe). (APA)

Service

"Die neue Effizienzkultur: Die Kunst den Populisten?"

Samstag, 1. März, um 16 Uhr in der Halle G im Wiener MuseumsQuartier, Museumsplatz 1, 1070 Wien.

Eintritt frei. Information: 581 35 91 60

Link

tqw.at

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