Mysteriöse Geldpolitik in Kärntner Pflegeheimen

20. Februar 2003, 15:15
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Privatgelder der Heiminsassen kämen zinsenlos auf Schuldendeckungs-Konto für alte Bausanierungen

Klagenfurt - In zwei Alten- und Pflegeheimen in Kärnten ist es laut Bundesrechnungshof zu Missständen gekommen.

Wie FPÖ-Sprecher Siegfried Jost am Donnerstag mitteilte, handle es sich um die Heime in Ferlach und Tigring, die jeweils vom Sozialhilfeverband Klagenfurt-Land betrieben würden.

Privatgelder auf Schuldendeckungs-Konto

Die größte Verfehlung bestehe darin, dass Privatgelder der Heiminsassen auf dem selben Konto veranlagt würden, über das die beiden Heime einen Teil ihrer Schulden aus vergangenen Bausanierungen bezahlten. Die Heiminsassen würden dadurch die Zinsen für ihre Guthaben verlieren, die sich in Einzelfällen auf bis zu 15.000 Euro beliefen, ließ Jost wissen.

Kritikpunkt des Rechnungshofes

Der zweite große Kritikpunkt des Rechnungshofes bestehe darin, dass der oberste Chef der Heime, der Obmann des Sozialhilfeverbandes und SPÖ-Bürgermeister von Feistritz/Rosental, Hubert Gradenegger, vom Sozialhilfeverband zu Unrecht 4.000 Euro an Fahrtspesen kassiert hätte. Dieser Betrag sei laut Rechnungshof nämlich bereits durch die Aufwandsentschädigung abgedeckt. Weiters habe man laut Jost Heiminsassen das Urlaubs- und Weihnachtsgeld gekürzt.

Kontrolle für Urlaubs- und Weihnachtsgelder

Der FPÖ-Politiker kündigte daher einen Antrag an, dass der Umgang mit dem Depotgeld sowie dem Urlaubs- und Weihnachtsgeld der Bewohner in allen Kärntner Alten- und Pflegeheimen kontrolliert und einheitlich gehandhabt wird. "Es kann nicht sein, dass manche Heimbewohner ihr Urlaubsgeld in bestimmter Höhe bekommen und andere wiederum nicht, wie das in Ferlach und Tigring gemacht wird. Das darf doch nicht von der Laune irgendeines Verwalters abhängen", betonte Jost in einer Aussendung.

Erst Ende vergangenen Jahres war auf Antrag des Landes in Villach ein privates Pflegeheim wegen skandalöser Zustände gesperrt worden. Dort waren unter anderem Mängel in der Hygiene und der Medikamentenverabreichung konstatiert worden. (APA)

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