Flavor Physik in Diskussion

20. Februar 2003, 13:41
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In der Steiermark diskutieren Teilchenphysiker über das Standardmodell

Graz - Das so genannte Standardmodell der Teilchenphysik, das davon ausgeht, dass alle Materie aus Quarks und Leptonen aufgebaut ist, steht in den kommenden Tagen bei einem Treffen internationaler Teilchenphysiker in der Obersteiermark zur Diskussion. Konkret geht es auf der "Internationalen Universitätswoche für Theoretische Physik" in Schladming ab dem 22. Februar um die so genannte Flavor Physik, die sich mit jenen Eigenschaften der Elementarteilchen beschäftigt, nach denen sie letztlich zu weiteren Untergruppen zusammen gefasst werden können.

Physiker unterscheiden zwischen "leichten" und "schweren" Elementarteilchen. Zu den Leichtgewichten zählen die Leptone, zu ihren "schweren Brüdern" die Quarks. Diese wiederum können in weiteren Erscheinungsformen - die Physik spricht von Flavors - vorkommen. Im Falle der Leptone sind das das Elektron, das Neutrino, das Myon, und das Myon-Neutrino, das Tauon sowie das Tau-Neutrino.

Flavor wechseln

Die schweren "Gegenstücke", aus denen die Protonen und Neutronen des Atomkerns bestehen, sind die sechs Quarks, die nach ihrem energetischen Zustand als "up", "down", "charm", "strange", "top" und "bottom" bezeichnet werden. Die schwache Wechselwirkung bewirkt den Zerfall der schweren Quarks und Leptonen in ihre leichteren Partner. In diesem Fall spricht man davon, dass sie ihren Flavor gewechselt haben.

"Einerseits besteht nun der Anspruch, sämtliche bekannten Prozesse der Elementarteilchenphysik innerhalb dieses Standardmodells zu beschreiben. Andererseits ist die Frage zu klären, ob es Phänomene jenseits des Standardmodells gibt, die dessen Revision erfordern und 'neue Physik' bedeuten würden", umschreibt Organisator Willibald Plessas vom Institut für Experimentalphysik der Universität Graz die Aufgaben, die sich den Teilchenphysikern nun stellen. Einige der Fragen sollen an der einwöchigen Veranstaltung in Schladming, zu der rund 120 Wissenschafter aus aller Welt erwartet werden, diskutiert werden.

"Im Zentrum der Referate stehen die Struktur und Dynamik der bekannten Elementarteilchen als Bausteine der uns umgebenden Materie", so Plessas im Gespräch. Der Systematik der Quarks, wie sie im Standardmodell festgehalten ist, sowie ihren Wechselwirkungen widmen sich u.a. Matthias Neubert von der Cornell Universität in New York und Jürg Gasser von der Universität Bern. (APA)

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