Nord- und Südkorea setzen Familienzusammen- führungen fort

20. Februar 2003, 13:55
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Trotz wachsender Spannungen reisten fast 500 Südkoreaner über die Grenze nach Norden

Seoul - Ungeachtet der wachsenden Spannungen haben Nord- und Südkorea ihr Programm der Familienzusammenführung fortgesetzt. Erstmals seit der Teilung Koreas 1948 reisten 461 Südkoreaner am Donnerstag in Bussen über die erst kürzlich eingerichtete Straße über die Grenze nach Nordkorea. Dort trafen sie sich mit 99 Angehörigen, die sie seit mehr als 50 Jahren nicht mehr gesehen hatten.

Wie schon bei den fünf vorangegangenen Familientreffen spielten sich bei dem Wiedersehen am Donnerstag herzzerreißende Szenen ab: Sichtlich gerührt begegnete der 77-jährige Südkoreaner Kim Kyung Soo seiner gleichaltrigen Frau Lee Im No, die inzwischen im Rollstuhl sitzt. Das Treffen war für drei Tage angesetzt. Für Sonntag waren weitere Familienzusammenführungen geplant.

Kurz zuvor hatte ein erneuter Zwischenfall die innerkoreanischen Spannungen weiter verschärft: Zum ersten Mal seit 20 Jahren war ein nordkoreanischer Kampfjet am Morgen für kurze Zeit in den südkoreanischen Luftraum eingedrungen und hatte das Nachbarland in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. (APA)

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