600 bisher unbekannte Pilzarten im Nordpolarmeer entdeckt

20. Februar 2003, 14:27
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Mögliche Quelle für neue Wirkstoffe gegen Infektionskrankheiten

Hamburg/Jena - Deutsche Forscher haben aus Meerespilzen mehrere Wirkstoffe isoliert, die zur Krebsbekämpfung geeignet sein könnten. Wissenschafter des Jenaer Hans-Knöll-Instituts (HKI) für Naturstoffforschung und des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) in Bremerhaven haben dafür im Nordpolarmeer drei Jahre lang 600 teils unerforschte Pilzarten gesammelt. Das berichtet das in Hamburg erscheinende Magazin "National Geographic Deutschland" in seiner März-Ausgabe.

120 Substanzen seien bis Ende August 2002 allein aus 14 Stämmen isoliert worden, sagte HKI-Professorin Susanne Grabley in Jena. Aus diesen wiederum habe man 17 Wirkstoffe extrahieren können, die für die Entwicklung von Tumortherapeutika in Frage kommen könnten. Von weiteren 66 Stämmen wisse man, dass sie ebenfalls wirksame Substanzen enthalten. Die Bearbeitung dieser Stämme scheitere aber derzeit an fehlenden Fördergeldern, sagte die Chemikerin.

Rein biotechnologische Arbeiten

Von der Entwicklung von Medikamenten für die Krebstherapie sei man aber noch weit entfernt. Bisher handle es sich um rein biotechnologische Arbeiten.

Das Überleben im Polarmeer erfordert eine hohe Anpassungsleistung von den Pilzen: Um unter den Extrembedingungen existieren und sich gegen Fress-Feinde wehren zu können, erzeugen sie die extrem wirksamen biologischen Stoffe, die auch für die Pharmaforschung von besonderem Interesse sind. (APA/dpa)

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