Österreichs Brennstoffzelle für Haushalt erfolgreich in Betrieb

20. Februar 2003, 12:14
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Serienreife in einigen Jahren zu erwarten

Linz - Österreichs erste Brennstoffzelle zur Strom- und Wärmegewinnung für Haushalte in Attnang-Puchheim ist knapp ein Jahr "erfolgreich" in Betrieb, meldeten die Partner des Forschungsprojektes, die Energie AG Oberösterreich und die Erdgas Oberösterreich am Donnerstag. An Verbesserungen werde gearbeitet, die Serienreife sei in einigen Jahren zu erwarten.

Das Prinzip: In der Brennstoffzelle verbinden sich die beiden chemischen Elemente Wasserstoff und Sauerstoff zu Wasser. Dabei wird Energie in Form von Strom und Wärme frei. Das "Nebenprodukt" dieser Reaktion ist reines Wasser. Bisher wurden Brennstoffzellen nur für Spezialanwendungen gebaut, etwa für Bordenergiesysteme von U-Booten oder für die Raumfahrt. Erdgas OÖ.-Geschäftsführer Klaus Dorninger rechnet aber damit, dass die künftigen Anwendungsbereiche dieser Technologie darüber hinaus von der stationären Anlage über die tragbare Energieversorgung von Handys und Laptops bis zu Einsätzen im Mobilitätsbereich - in Autos, Bussen und Schiffen - reichen werden. "Die Kundenorientierung steht für uns an oberster Stelle", ergänzt Energie AG-Vorstandsvorsitzender Leo Windtner.

Angewandte Erforschung

Beide Unternehmen gründeten deshalb zur angewandten Erforschung der Technologie die "Arbeitsgemeinschaft Brennstoffzelle" und beschlossen die Errichtung einer Anlage zur Versorgung eines Einfamilienhauses im Technologiezentrum Salzkammergut in Attnang-Puchheim. Die dort installierte knapp zwei Meter hohe und 450 Kilogramm schwere Hochtemperatur-Brennstoffzelle des Schweizer Herstellers Sulzer Hexis AG mit einer elektrischen Leistung von 1 kW deckt den Grundbedarf eines Einfamilienhauses an Strom, zusätzlich kann der gesamte Bedarf an Wärme für Heizung und Brauchwasser gedeckt werden. Der für den Betrieb erforderliche Wasserstoff wird direkt in der Brennstoffzelle aus Erdgas gewonnen.

"Zufrieden" mit Forschungsergebnissen

Mit den bisherigen Forschungsergebnissen seit der Eröffnung der Anlage im März des Vorjahres sind die beteiligten Partner "äußerst zufrieden". Die Verfügbarkeit konnte von 80 auf 100 Prozent gesteigert werden. Zwischen den Wartungsintervallen arbeitet sie zuverlässig und nahezu störungsfrei. Die Intervalle sollen verlängert werden. Außerdem soll die Effizienz und die Anpassung der Betriebsweise an den Energiebedarf eines Einfamilienhauses verbessert werden. Vorteilhaft erwies sich, dass die Installation der Anlage sich nicht von einem herkömmlichen Gaskessel unterscheidet. Sie ist CE-zertifiziert und kann somit von jedem konzessionierten Gas-Heizungs-Installateur eingebaut und in Betrieb gesetzt werden. Weiters arbeitet sie sehr leise, vollautomatisch und ist komfortabel.

Energie AG und Erdgas OÖ. wollen in den nächsten Jahren mehr als eine halbe Mio. Euro in den Markt für Brennstoffzellen investieren. Ziel ist, dass diese Technologie finanziell konkurrenzfähig zu herkömmlichen Wärme- und Stromversorgungssystemen wird und sich somit eine Serienfertigung rechnet. (APA)

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