BA-CA: Irak-Krise überschattet Konjunktur

20. Februar 2003, 12:12
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Wachstumsprognose von 1,4 auf 1,2 Prozent reduziert - Konsumentenstimmung eingebrochen

Wien - Die labile Konjunkturlage verstärkt um die Ängste vor den Folgen eines Krieges haben den Optimismus der österreichischen Konsumenten zu Jahresende wieder zunichte gemacht, so der BA-CA-Ökonom Stefan Bruckbauer. Österreichs Verbraucher folgen damit der weltweiten Konsumentenstimmung, die seit dem Sommer 2002 deutlich eingebrochen ist. Auf Grund der Irak-Krise haben die BA-CA-Ökonomen ihre Prognose für das BIP-Wachstum für 2003 von 1,4 auf 1,2 Prozent reduziert. Auch für 2004 werde ein "etwas schwächeres Wachstum erwartet. Das Konjunkturbild einer "sehr zähen weltwirtschaftlichen Erholung" werde aber dadurch nicht verändert.

Der BA-CA Konjunkturindikator hat sich im Jänner erstmals wieder verschlechtert. Der Rückgang von 3,2 im Dezember 2002 auf 2,8 im Jänner ist dabei relativ kräftig ausgefallen. Ausgelöst wurde der Rückgang nach Meinung der BA-CA-Ökonomen in erster Linie durch einen deutlichen Rückgang der Konsumentenstimmung. Stabilisiert wird der BA-CA Konjunkturindikator derzeit durch eine leichte Verbesserung der Stimmung in der Industrie.

Anstieg des Euro belastet

Nach Meinung der BA-CA-Ökonomen belastet die Irak-Krise die österreichische Wirtschaft derzeit wahrscheinlich am stärksten durch den Anstieg des Euro gegenüber dem US-Dollar. Die BA-CA rechnet damit, dass der Euro zur US-Währung im Jahresschnitt 2003 mit 1,09 um 15 Prozent über dem Niveau von 2002 liegen werde. Darüber hinaus verstärkt die Irak-Krise die Unsicherheit und treibt den Ölpreis und damit auch die Inflation. Die BA-CA-Ökonomen haben daher ihre Inflationsprognose für heuer von 1,6 auf 1,9 Prozent angehoben.

Keine starke Unterstützung durch den Außenhandelssaldo

Trotz verbesserter Exportdynamik werde Österreichs Wirtschaft heuer keine starke Unterstützung durch den Außenhandelssaldo haben, so die BA-CA-Experten. Eine so günstige Situation wie 2002, als die einbrechende Inlandsnachfrage durch deutlich verringerte Importe abgefangen werden konnte und die Exporte trotz Konjunkturflaute in den wichtigsten Abnehmerländern Zuwächse verzeichnen konnten, werde es 2003 nicht geben.

"Weniger Importe und Marktanteilsgewinne des österreichischen Exports in unsere Kernmärkte EU und Osteuropa haben uns 2002 nicht nur erstmals seit dem Krieg eine ausgeglichene Handelsbilanz gebracht, sondern vor einem zweiten Eintauchen in die Rezession gerettet", so die BA-CA-Ökonomien Marianne Kager. Für heuer könne nicht noch einmal mit einer solchen Verbesserung der österreichischen Außenhandelsposition gerechnet werden. Nun müssen auch die Inlandsnachfrage, der private Konsum und vor allem die Investitionen wieder anspringen. Der BA-CA Konjunkturindikator zeige eine solche Trendwende noch ober derzeit noch nicht an.(APA)

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