"Veto wäre extreme Maßnahme"

20. Februar 2003, 12:05
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Russischer Außenminister Iwanow bis auf weiteres gegen UNO-Resolution zum Einsatz militärischer Gewalt

Rom - Der russische Außenminister Igor Iwanow schließt ein Veto seines Landes gegen eine neue Irak-Resolution im UNO-Sicherheitsrat nicht völlig aus. "Wir sind nicht grundsätzlich gegen eine neue Resolution, aber wir müssen sehen, wofür sie gut sein soll", sagte Iwanow in einem Interview mit der italienischen Zeitung "Corriere della Sera" vom Donnerstag. Wenn die Entschließung das Mandat der UNO-Inspektoren stärke, sei Moskau bereit, sie zu prüfen. Eine Resolution zur Durchsetzung militärischer Gewalt halte Moskau aber für "schädlich". Ein Veto sei eine "extreme Maßnahme", die vernünftig gehandhabt werden müsse.

"Die Aufgabe Russlands ist es heute nicht, den Sicherheitsrat zu spalten, sondern im Gegenteil ein Maximum an Geschlossenheit zu bewahren." Ein Krieg gegen den Irak könne die multilateralen Mechanismen vor allem innerhalb der Vereinten Nationen ernsthaft beschädigen, warnte Iwanow. Die Möglichkeit eines Exils für den irakischen Staatschef Saddam Hussein schloss der russische Außenminister aus. Dies sei eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines Landes, Moskau habe über das Thema nicht einmal diskutiert. (APA/AFP)

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    Igor Ivanov

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