Österreicherinnen für Klonverbot ohne Wenn und Aber

20. Februar 2003, 12:38
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Studie: Bevölkerung zu 79 Prozent gegen Klonen - Männer würden sich selbst viel eher klonen lassen

Salzburg - Eine deutliche Abfuhr erteilen die ÖsterreicherInnen dem Klonen: 79 Prozent der Bevölkerung sprechen sich für ein weltweites Klon-Verbot aus. Mit einem Abbild von sich selbst können sich die ÖsterreicherInnen sogar noch weniger anfreunden. Nur für vier Prozent käme es zumindest eventuell in Frage, einEn DoppelgängerIn von sich machen zu lassen, geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Salzburger Instituts für Grundlagenforschung (IGF) hervor.

Geschlechtsspezifische Unterschiede

Deutliche Unterschiede in der Einstellung zum Klonen gibt es zwischen Männer und Frauen. Jeder vierte Mann spricht sich für eine Zulassung des Klonens aus, wenn dies auch streng kontrolliert wird. Im Gegenzug sind 85 Prozent der Frauen (bei den Männern 72 Prozent) für ein weltweites Klonverbot ohne Wenn und Aber. Bemerkenswert ist auch, dass die ablehnende Haltung dem Klonen gegenüber mit dem zunehmenden Alter steigt. Während sich nur 71 Prozent der unter 29-Jährigen explizit gegen das Klonen aussprechen, sind es bei den über 60-Jährigen schon 83 Prozent. Auch zwischen Landbevölkerung (84 Prozent für weltweites Verbot) und StadtbewohnerInnen (74 Prozent) gibt es ein ähnliches Gefälle.

Ein Abbild von sich selbst würden nur drei Prozent der ÖsterreicherInnen "ganz sicher" machen lassen, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten. Für 94 Prozent käme das auf keinen Fall in Frage. Auch hier sind die Männer offensichtlich mehr von sich selbst überzeugt als die Frauen: Immerhin jeder zwanzigste Mann (fünf Prozent) kann sich "ganz sicher" oder "eventuell" einen Klon von sich selbst vorstellen, bei den Frauen sind es nur drei Prozent.

Unterschiede nach Haushaltsgröße

Schaut man sich die Frage nach dem eigenen Klon nach Haushaltsgröße an, gibt es doch bemerkenswerte Details: So kann sich kein einziger Single "ganz sicher" für ein eigenes Abbild erwärmen und nur jeder hundertste "vielleicht". Aber immerhin vier Prozent der Menschen, die im Zwei-Personen-Haushalt leben, würden sich "ganz sicher" verdoppeln lassen, weitere drei Prozent "eventuell". Bei den Menschen in Drei-Personen-Haushalten ist ein eigener Klon wieder sehr wenig gewollt, bei den Menschen in Haushalten mit vier oder mehr BewohnerInnen wünscht sich dann wieder jeder 25. "ganz sicher" einEn künstlichEn DoppelgängerIn.

Bildungsstand irrelevant

Erwartet man, dass die Bereitschaft, sich selbst klonen zu lassen, möglicherweise bei über- oder unterdurchschnittlich gebildeten Personen höher ausgeprägt ist, so wird diese Erwartung deutlich enttäuscht: Unter den MaturantInnen sind genau so viele gegen einen Ich-Klon wie unter jenen, die nur eine Pflichtschule absolviert haben. Auch mit dem Alter steigt die Bereitschaft, sich klonen zu lassen, nicht an. (APA)

Infografik
Mehrheit der ÖsterreicherInnen gegen Klonen
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    Das Institut für Grundlagenforschung hat die Umfrage von 20. bis 24. Jänner durchgeführt. Die Grundgesamtheit ist die Österreichische Wohnbevölkerung ab 18 Jahren. Befragt wurden 500 Personen, so dass sich eine Schwankungsbreite von plus/minus 4,5 Prozent ergibt. Angewandt wurde das Quota-Verfahren nach Daten der Statistik Austria.
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