Enge Grenzen

20. Februar 2003, 10:31
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BRD: Grüne wollen umfassendes Gesetz zur Fortpflanzungsmedizin

Berlin - Die Grünen im deutschen Bundestag wollen Forschern und Medizinern mit einem umfassenden Gesetz zur Fortpflanzungsmedizin enge Grenzen im Umgang mit menschlichen Embryonen setzen. Noch in dieser Legislaturperiode werde die Regierung dazu Vorschläge machen, sagte der Grünen-Fraktionsvize und Gentechnik-Experte Reinhard Loske der "Berliner Zeitung" (Donnerstag). Er erwarte, dass die neue Enquetekommission "Recht und Ethik in der modernen Medizin" den Gesetzgebungsprozess begleite. Der Bundestag will die Einsetzung der Enquete-Kommission am Donnerstag beschließen.

Nach den Worten Loskes soll das Gesetz unter anderem künstliche Befruchtungen und Untersuchungen von Embryonen im Mutterleib neu regeln. "Die gesamte Reproduktionsmedizin in Deutschland muss sich einheitlichen Standards unterwerfen", sagte Loske.

Loske kritisierte Bestrebungen zur Zulassung der umstrittenen gentechnischen Voruntersuchung bei künstlichen Befruchtungen. Die so genannte Präimplanationsdiagnostik (PID) "wäre eine gigantische Rohstoffproduktionsmaschine für die Wissenschaft". Es drohe ein Dammbruch, an dessen Ende stehen könnte, dass sich Eltern ihre Kinder nach Geschlecht oder Augenfarbe aussuchen. Scharfe Kritik übte Loske am Nationalen Ethikrat, der sich für die Zulassung von PID ausgesprochen hatte: "Wir brauchen dringend wieder ein Gegengewicht zum Ethikrat, der in seiner Mehrheit doch sehr stark bestimmten Forscherinteressen folgt." (APA/dpa)

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