Segeln: Scharf auf den America's Cup

26. Februar 2003, 21:48
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Noch hat die Alinghi nicht gewonnen, schon bemühen sich sämtliche europäische Anrainer des Mittelmeers um nächste Austragung

Auckland - Der America's Cup ist noch nicht vergeben, da wird schon die 32. Auflage der traditionsreichsten Segelregatta der Welt geplant. Diese wird vermutlich die größte Zäsur in der 152-jährigen Geschichte des Rennens erleben. Denn gewinnt die bisher mit 3:0 führende Schweizer Alinghi Challenge vor Auckland das Duell mit Titelverteidiger und Gastgeber Neuseeland, wird der nächste America's Cup bis spätestens 2007 erstmals seit der Regatta-Premiere 1851 in Europa ausgetragen.

Prinz Albert: "Für uns zu groß"

Die diesjährige Regatta spült den Neuseeländern etwa eine halbe Milliarde Euro ins Land. Die Großveranstaltung hat für rund 9.000 zusätzliche Arbeitsplätze in verschiedenen Wirtschaftszweigen gesorgt. Das hat nicht nur Monacos Prinzen Albert hellhörig gemacht und nach Auckland eilen lassen. Inzwischen jedoch winkte der Segelenthusiast ab: "Wir haben darüber nachgedacht, doch eine schnelle Analyse zeigte, dass es zwar eine wundervolle Veranstaltung wäre, doch für Monaco zu groß", meinte der Prinz.

Entscheidung kurz nach der Serie

Im Camp der Eidgenossen in Auckland geben sich zur Zeit Abgesandte von Städten sowie prominente und finanzkräftige Europäer die Klinke in die Hand. Weil das Binnenland Schweiz selbst über keine Küste verfügt und es dem Genfer See an Tiefgang mangelt, hat Alinghi-Boss Bertarelli vielleicht bald die Qual der Wahl. Gewinnt sein Team den Cup, muss der 37-jährige Multimilliardär den kommenden Austragungsort festlegen. Alinghi Challenge will sich zwei Tage nach der Rennserie zu dem Thema äußern.

Mallorca mit guten Chancen

Geht es nach dem spanischen König Juan Carlos, der Bertarelli angeblich fast täglich Glückwünsche sendet, heißt der nächste America's-Cup-Heimathafen Palma de Mallorca. Auch die enge Freundschaft zwischen dem spänischen König und dem Hamburger "Alinghi"-Chefdesigner Rolf Vrolijk spricht für diese Idee. "Ja, Spanien besetzt einen der oberen Plätze auf unserer Wunschliste", sagte Vrolijk.

Auch Portugal bemüht sich

Zweiter Favorit im Cup-Poker ist Cascais bei Lissabon. Portugals Botschafter Patrick de Barros sagte in Auckland: "Wir reden schon seit zwei Jahren mit Bertarelli. Ich komme mit der Unterstützung der portugiesischen Regierung." Neben Palma und Cascais hoffen auch die französischen Städte Setes und Marseille auf den Zuschlag. Italienische Häfen dagegen können sich trotz einer Liebeserklärung Bertarellis ("Ich bin gebürtiger Römer und entsprechend schlägt mein Herz auch für Italien") nur geringe Hoffnungen machen.(APA)

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    Der Erfolg der Alinghi weckt auch in Europa größtes Interesse am America's Cup.

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