DaimlerChrysler auf Offensivkurs

20. Februar 2003, 17:38
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Operativer Gewinn vervierfacht - Weltweite Modelloffensive im Anlaufen - Auch Standort Österreich soll davon profitieren

Stuttgart - "Konzernweit wollen wir 2003 wieder ein beachtliches Ertragsniveau erreichen." Anfang 2001, am Höhepunkt der Chrysler-Krise, hatte DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp den Aktionären wieder Gewinne in Aussicht gestellt. Nun scheint es, als hätte er sich selbst überholt: Die am Donnerstag in Stuttgart präsentierte Jahresbilanz 2002 zeigt Ergebnisanstiege überall.

Insgesamt schrumpfte der Konzernumsatz 2003 zwar um zwei Prozent auf 149,6 Mrd. Euro, das operative Ergebnis (ohne diverse Einmaleffekte) schnellte aber auf 5,8 Mrd. € hoch - im Jahr davor kamen gerade einmal 1,3 Mrd. raus.

Chrysler wieder im Plus

Cashcow des Unternehmens bleibt zwar Mercedes-Benz, doch Chrysler-Sanierer Dieter Zetsche empfiehlt sich nachhaltig für die Schrempp-Nachfolge (dessen Vertrag läuft bis 2005). Denn nach dem operativen Rekordverlust von 2,18 Mrd. € 2001 fuhr die US-Unternehmenshälfte im Vorjahr wieder ein Plus von 1,32 Mrd. € ein.

Modelloffensive

Quer über alle Konzernmarken läuft gerade eine Modelloffensive an. 13 rollende Neuheiten schickt allein die Mercedes Car Group (Mercedes, Smart, Maybach) bis 2005 ins Rennen. Und die Marken der Chrysler-Group - Chrysler, Dodge, Jeep - werden komplett neu profiliert. 16 neue Modelle stehen hier an, in den nächsten zehn Jahren soll der Chrysler-Group-Absatz um eine Mio. Fahrzeuge gesteigert werden. Bei der japanischen 37-Prozent-Beteiligung Mitsubishi sind bis 2007 zwölf neue Modelle geplant.

Punkto Stückzahl behauptete sich DaimlerChrysler 2002 als Nummer fünf, hinter General Motors, Ford, Toyota und der VW-Gruppe. 4,54 Millionen Fahrzeuge (inkl. Nutzfahrzeuge) wurden 2002 weltweit abgesetzt (2001: 4,48 Mio.).

"Kein Gegengeschäft"

Schrempp bestritt im Übrigen den Gegengeschäftscharakter von Aufträgen an österreichische Zulieferer wie Magna Graz: "Eine Kausalität zwischen den Verhandlungen um den Eurofighter und Verhandlungen im Automobilsektor gibt es nicht." DaimlerChrysler ist mit 33 Prozent ein Hauptaktionär am Eurofighter-Konsortium EADS. (Andreas Stockinger, DER STANDARD, Printausgabe 21.2.2003)

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