Mehr als 20 Tote bei Rebellen-Überfall auf philippinisches Dorf

20. Februar 2003, 14:17
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Tote auch bei Bombenanschlägen - Polizei verdächtigt islamistische MILF

Zamboanga - Bei einem Überfall mutmaßlicher moslemischer Rebellen auf ein Dorf im Süden der Philippinen sind mindestens 21 Zivilisten getötet und 16 verletzt worden. Die Angreifer hätten Mittwoch Abend in der Ortschaft Tubod in der Provinz Zamboanga del Norte mindestens zehn Häuser in Brand gesetzt und andere wahllos beschossen, sagte ein Armeesprecher am Donnerstag. Die Attacke gehe vermutlich auf das Konto der Moro-Islamischen Befreiungsfront (MILF).

Überfall von 50 bewaffneten Männern

Das Dorf in der Provinz Zamboanga del Norte wurde Ziel eines Überfalls von rund 50 bewaffneten Männern. Sie hätten den Bewohnern befohlen, sich auf der Straße zu versammeln, und dann das Feuer eröffnet, teilte die Polizei mit. Mindestens fünf Häuser seien in Flammen aufgegangen. Einige Dorfbewohner seien erschossen worden, als sie versucht hätten, das Feuer zu löschen, sagte ein Militärsprecher. Unter den Toten des Überfalls auf Tubod seien auch fünf Kinder, sagte ein örtlicher Behördensprecher.

Polizei nimmt zwei Verdächtige fest

Die Polizei vermute, dass der Überfall auf das Konto der Islamischen Befreiungsfront Moro (MILF) gehe. Ein MILF-Sprecher wies dies zurück. Ein Sprecher der MILF wies dagegen jede Beteiligung zurück und sprach von Propaganda. Am Donnerstag nahmen Polizisten zwei Verdächtige fest, die ein Dorfbewohner identifiziert hatte.

Bombe explodiert

Rund 300 Kilometer entfernt, in der Stadt Kabacan, explodierte eine Bombe auf einem Markt. Dabei kam laut Militärangaben der mutmaßliche Attentäter, ein 17-Jähriger, sei getötet worden. Auch in diesem Fall verdächtigte die Armee die MILF. Ebenfalls auf Mindanao detonierte in der Nähe des Flughafens Cotabato eine Autobombe vor einem Restaurant und tötete eine Kellnerin. Zahlreiche Fenster des Terminals und benachbarter Häuser sowie zwei Fahrzeuge wurden zerstört. Zum Zeitpunkt des Anschlags war das Flughafengebäude fast menschenleer. Die nationale Fluggesellschaft alle Flüge dorthin aus.

Großoffensive der Regierung gegen MILF

Bei einer Großoffensive der philippinischen Regierung gegen die MILF waren vergangene Woche auf Mindanao nach Militärangaben mehr als 160 Menschen, überwiegend Rebellen, ums Leben gekommen. Die MILF kämpft seit 25 Jahren für einen unabhängigen islamischen Staat im Süden der überwiegend katholischen Philippinen. Im Westen der Insel Mindanao zählt sie etwa 12.500 Rebellen.(APA/dpa/AP)

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