Deutschland muss mit größerem Türkei-Einsatz rechnen

20. Februar 2003, 16:02
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NATO-Anfrage nach Patriot-Batterien und ABC-Einheiten steht bevor

Müchen - Die deutsche Regierung muss nach Meinung von NATO-Experten "noch in dieser Woche" mit Anfragen der Allianz zur Bereitstellung von weiteren Patriot-Luftabwehrsystemen sowie von Spezialeinheiten zur Bekämpfung chemischer und biologischer Kampfstoffe rechnen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Donnerstagsausgabe berichtet, ist eine entsprechende Bitte des Obersten Alliierten Befehlshabers Europa (SACEUR), des US-Generals James L. Jones, "sehr wahrscheinlich". Am Mittwoch hatte der NATO-Auschuss für Verteidigungsplanung konkrete Maßnahmen zum Schutz der Türkei vor möglichen Angriffen aus dem benachbarten Irak im Falle eines Krieges beschlossen.

Der NATO-Ausschuss bewilligte die Bereitstellung von AWACS-Radarflugzeugen zur Überwachung des türkischen Luftraums, von Patriot-Flugabwehrsystemen sowie von Sondereinheiten zum Schutz vor biologischen und chemischen Waffen. Für die Bereitstellung von Patriots und ABC-Einheiten muss Jones die Zusagen der Mitgliedsländer einholen. NATO-Militärs halten die Entscheidung für dringlich, da Transport und Inbetriebnahme der Patriot-Abschussbasen bis zu 30 Tage dauere.

Deutschland stellt nach Angaben von Regierungssprecher Béla Anda ein Drittel des AWACS-Personals. Darüberhinaus sei es nicht vorgesehen, deutsche Soldaten in die Türkei zu entsenden. Die Lieferung der Patriot-Systeme sei den Niederlanden überlassen worden. Nach Informationen der "SZ" wird in Regierungskreisen jedoch damit gerechnet, dass die NATO sowohl bei Fuchs-Spürpanzern zur ABC-Abwehr als auch bei Patriot-Systemen auf Deutschland zukommen werde. (APA)

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