Trittin: Washington geht es um geostrategische und Rohstoff-Interessen

19. Februar 2003, 20:32
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Deutscher Umweltminister: Grundlegender Strategiewechsel der USA - Scharfe Kritik der Opposition

Berlin - Der deutsche Umweltminister Jürgen Trittin hat den USA im Zusammenhang mit dem Irak-Konflikt einen "grundsätzlichen Strategiewechsel" vorgeworfen. Der Grünen-Politiker sagte, Washington gehe es um geostrategische und Rohstoff-Interessen.

In einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der "Welt" sagte er zu den US-deutschen Differenzen: "Der außenpolitische Strategie- Wechsel der Bush-Administration, die Aufkündigung des Primats des Rechts und der Multilateralität, hat den Konflikt ausgelöst."

Die US-Regierung habe den vorbeugenden Krieg zum legitimen Mittel erklärt. Trittin nannte deshalb auch die Demonstrationsparole "Kein Krieg für Öl" gerechtfertigt.

Der CDU-Politiker Peter Hintze wies die Trittin-Kritik an den USA als "schlimme Entgleisung" zurück und legte Bundeskanzler Gerhard Schröder die Entlassung des Ministers nahe.

Der CDU-Außenpolitiker Friedbert Pflüger sagte, ein Minister müsse begreifen, dass "die Angst vor Terror-Angriffen mit Massenvernichtungswaffen die Triebfeder der USA" sei, und nicht die "Gier nach Öl".

Nach Ansicht Trittins ging vom Irak auch vor der Rückkehr der UN- Inspekteure "keine Gefahr mehr für seine Nachbarn" aus. Durch die Inspektionen seien bis 1998 mehr Waffen vernichtet worden als im Golfkrieg 1991. "Die Logik der Kriegsdrohung ist eine, die am Ende immer auf Krieg hinausläuft", betonte der Minister. (APA/dpa)

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    Trittin: "Die Logik der Kriegsdrohung ist eine, die am Ende immer auf Krieg hinausläuft"

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