Belgische Sängerin auf Gedenkveranstaltung für Rudolf Hess?

24. Februar 2003, 11:19
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Gruppe "Urban Trad" tritt nun ohne die belastete Soetkin Collier auf

Brüssel - Beim Eurovisions Song Contest am 24. Mai in Riga wird die belgische Gruppe "Urban Trad" ohne ihre umstrittene Sängerin Soetkin Collier auftreten. Hintergrund für die Entscheidung des öffentlichen Fernsehsenders RTBF ist die angebliche rechtsradikale Vergangenheit Colliers. Die Sängerin soll in den 90er Jahren zwei Mal bei Aktionen einschlägig bekannter Vereinigungen festgenommen und 1996 an einer Gedenkveranstaltung für den Hitler-Stellvertreter Rudolf Hess teilgenommen haben.

Collier reagierte empört auf die Vorwürfe: "Ich überlege Schritte gegen die Staatssicherheit wegen dieser falschen Beschuldigungen", teilte die Sängerin am Mittwoch mit. "Ich war nicht am 16. August 1996 bei einer Rudolf-Hess-Gedenkfeier anwesend, wie es die Staatssicherheit verschiedenen Ministern geschrieben hat." Die Flämin aus Doel bei Antwerpen distanzierte sich zugleich von rechtsextremem Gedankengut: "Ich habe mich immer gegruselt vor allem, was mit Faschismus, Rassismus oder Neonazismus zu tun hat, und wünsche, nicht solcher Sympathien beschuldigt zu werden." (APA/dpa)

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