Gorbatschow wirft USA "grobe Fehler" vor

12. August 2008, 08:28
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Sowjetischer Ex-Präsident: Russland hat "legitime Interessen" - Washington durch Unterstützung für Saakaschwili mitschuld

Washington - Der ehemalige sowjetische Präsident Michail Gorbatschow hat den USA im bewaffneten Konflikt zwischen Georgien und Russland "grobe Fehler" vorgeworfen. Moskau Aggressionen gegen Tiflis vorzuwerfen, sei "schwach und haltlos, nicht einfach nur heuchlerisch, sondern unmenschlich", schrieb Gorbatschow in einem am Dienstag veröffentlichten Beitrag für die "Washington Post".

"Indem die USA den Kaukasus, der tausende Kilometer vom amerikanischen Kontinent entfernt liegt, zu einem Teil ihrer Interessen-Sphäre erklärt haben, haben sie einen groben Fehler gemacht." Russland versuche nicht, sich territorial auszuweiten, sondern habe in der Region "legitime Interessen".

Rüge auch in Richtung Saakaschwilis

Gorbatschow warf Georgiens Präsident Michail Saakaschwili vor, "unklug" gehandelt zu haben, als dieser am vergangenen Donnerstag seine Truppen mit einer Militäroffensive in der abtrünnigen Provinz Südossetien beauftragt habe. "Die georgischen Führer konnten dies nur mit dem Gefühl machen, von einer viel größeren Macht unterstützt und ermutigt zu werden", schrieb der Friedensnobelpreisträger mit Blick auf die USA. Er erinnerte daran, dass die georgischen Streitkräfte "von hunderten amerikanischen Ausbildern" trainiert worden seien. "Gepaart mit dem Versprechen eines NATO-Beitritts hat dies die georgischen Führer glauben lassen, dass sie einen schnellen Krieg in Südossetien führen könnten."

Eine politische Lösung des Konflikts sei "immer noch möglich", schrieb Gorbatschow weiter. Die Feindseligkeiten müssten so schnell wie möglich gestoppt werden, damit den Opfern geholfen werden könne. (APA/AFP)

 

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