130.000 Menschen auf der Flucht

12. August 2008, 07:40
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Hilfsmaßnahmen für Flüchtlinge nach Rebellen-Kämpfen auf Philippinen - Konflikt zwischen Rebellen und Regierung

Manila/Genf - Ein umstrittenes Abkommen der Regierung mit philippinischen Rebellen über die Erweiterung einer Muslimregion, führte in den vergangenen Tagen zu heftigen Kämpfen im Süden des Landes. Die dortigen Behörden hatten die Verabredung abgelehnt, mit der die Muslime mehr Autonomie in dem überwiegend katholischen Land erreichen wollten. Auslöser der Eskalation war eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofes der Philippinen, mit der die Richter eine Umsetzung des Abkommens gestoppt hatten. Christen hatten gegen die zunehmenden Autonomierechte protestiert.

Beruhigung der Lage

Mehrere Tage dauerten die Kämpfe zwischen Muslimrebellen und dem Militär. Mehr als 100.000 Menschen waren in den vergangenen Tagen aus ihren Dörfern geflüchtet, nachdem Regierungstruppen dort versteckte muslimische Rebellen attackiert hatten. Mittlerweile hat sich die Lagen beruhigt und internationale Hilfe für die Flüchtlinge ist angelaufen. Wie das
Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) am Donnerstag in Genf
mitteilte, sollten noch am selben Tag Materialien für eine bessere
Trinkwasserversorgung in die Provinz Cotabato rund 900 Kilometer
südlich der Hauptstadt Manila geliefert werden. Nahrungsmittel und
Moskitonetze sollen an diesem Freitag folgen. Die Hilfen sind für
rund 80.000 Menschen gedacht.

Auf der Flucht

Nach IKRK-Angaben sind derzeit rund 130.000 Menschen im Süden der
Philippinen auf der Flucht. Anhänger der "Moro Islamischen
Befreiungsfront" (MILF) hatten dort in der vergangenen Woche mehrere
Dörfer besetzt und insgesamt knapp 160.000 Menschen zur Flucht
gezwungen. Das Militär flog Luftangriffe und eroberte die Region
zurück. Dabei wurden mindestens 53 Menschen getötet. Nachdem örtliche
Behörden und die Vereinten Nationen vor einer Flüchtlingskatastrophe
gewarnt hatten, richtete die Regierung in Manila mehr als 40 Lager in
der Krisenregion ein.

Viele Flüchtlinge haben sich inzwischen wieder auf den Rückweg in ihre Heimatgebiete gemacht. Nach Militärangaben mussten zunächst noch Minen und Sprengfallen der Rebellen in der umkämpften Region geräumt werden. Zudem habe es am Donnerstag zwei versuchte Bombenanschläge gegeben, für die das Militär die MILF-Rebellen verantwortlich macht. Verletzt wurde einer der mutmaßlichen Täter. (APA/dpa)

 

 

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