Jordaniens König Abdullah II. bei Maliki

11. August 2008, 20:00
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Erster Besuch eines arabischem Staatschefs seit 2003

Bagdad - Erstmals seit der US-Invasion im Frühjahr 2003 hat wieder ein arabischer Staatschef den Irak besucht: Der jordanische König Abdullah II. traf am Montag in Bagdad mit dem irakischen Regierungschef Nuri el Maliki zusammen. Nach irakischen Angaben waren die Gespräche in der streng bewachten Grünen Zone "offen und positiv". Die beiden Politiker hätten über die "Verbesserung der bilateralen Beziehungen in allen Bereichen" beraten.

Der Besuch war ursprünglich für Anfang Juli geplant, wurde aus Sicherheitsgründen aber verschoben. Ende Juni hatte Jordanien einen Botschafter in Bagdad eingesetzt, nachdem in den vergangenen fünf Jahren lediglich ein Geschäftsträger das Königreich vertreten hatte.

Maliki sagte, der Besuch werde ein neues Kapitel in den Beziehungen zwischen beiden Ländern aufschlagen und dazu beitragen, Sicherheit und Stabilität im Irak und der gesamten Region zu gewährleisten. König Abdullah II. bekräftigte seine Unterstützung für die irakische Regierung: "Jordanien ist bereit, an der Seite des Irak zu stehen und den Wunsch des irakischen Volkes nach Sicherheit, Stabilität und Wohlstand zu erfüllen."

Der Irak ist bemüht, die diplomatischen Beziehungen zu den arabischen Nachbarstaaten zu normalisieren. Unterstützt wird Bagdad dabei von den USA, die insbesondere das regionale Schwergewicht Saudi-Arabien aufgefordert haben, wieder einen Botschafter in den Irak zu entsenden. Washington hofft, damit den iranischen Einfluss im Irak zurückdrängen zu können. Die US-Regierung wirft Teheran vor, Aufständische im Zweistromland zu unterstützen.

Die Visite war, wie auch sonst bei hochrangigen ausländischen Besuchern im Irak üblich, aus Sicherheitsgründen vorher nicht angekündigt wurden. Das Nachbarland Jordanien hat fast eine Million irakische Flüchtlinge aufgenommen. Im Rahmen US-finanzierter Programme bildet die Haschemiten-Monarchie irakische Polizisten aus. (APA/dpa)

 

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