Russland und Georgien im Medienkrieg

11. August 2008, 19:27
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Beide Seiten werfen sich gegenseitig Lügen und Falschinformation vor

Moskau/Tiflis - Ganz nach dem Motto "Das erste Opfer eines Krieges ist die Wahrheit" liefern sich Russland und Georgien auch eine Propagandaschlacht über die Medien. Beide werfen sich gegenseitig Lügen und Falschinformation vor. Im russischen Fernsehen bemüht man sich, den georgischen Präsidenten Michael Saakaschwili als nicht ganz zurechnungsfähig darzustellen. Dieser unterbrach schon vor dem Wochenende die Übertragung der russischen Nachrichtensender Kanal 1, Rossija und NTV und blockierte russischsprachige Websites.

Am Sonntag kam es zu breit angelegten Hackerangriffen auf russische und georgische Internetseiten. So war die Homepage der russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti vorübergehend nicht erreichbar. Auch die Seite des georgischen Außenministeriums wurde am Wochenende zeitweise von Hackern lahmgelegt.

Inzwischen versucht der russische Staatssender Russia Today, der für ein internationales Publikum englischsprachige Nachrichten sendet, mit drastischen Bildern Stimmung zu machen. Während der Übertragung einer Pressekonferenz werden Bilder von Toten in Wohnhäusern und Leichenschauhäusern eingeblendet. Der russische Nachrichtensender Westi, der zeitgleich dieselbe Pressekonferenz überträgt, zeigt hingegen Bilder von Kindern in zerstörten Straßen. Gerne werden auch russische Demonstranten wahlweise vor der georgischen oder der US-Botschaft in Moskau gezeigt.

Zwei Journalisten getötet
Bei den Kämpfen in Südossetien sind bisher auch zwei Journalisten getötet worden. Alexander Klimschuk, Fotograf für die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass, und Grigol Schichladse, der für die russische Ausgabe von Newsweek arbeitete, seien mit der georgischen Armee in die Konfliktzone gegangen, berichtete der russische Radiosender Echo Moskau. (ved, APA)

 

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