Benko kauft Haus und Hof der BA

11. August 2008, 19:07
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Die Signa Holding des Tirolers René Benko kauft der Bank Austria die ehemalige Zentrale der Länderbank und jene der "Z" ab, Benko lässt sich das 170 Millionen Euro kosten, Hotelbau folgt

Wien - Die Bank Austria hat ihr erstes Immobilienpaket - die Ex-Zentrale der Länderbank Am Hof und die der "Z" (später Bank Austria; BA) in der Vorderen Zollamtstraße in Wien-Landstraße - an die Signa Holding des Tiroler Immobilienentwicklers René Benko verkauft.

Zum Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart - wie der Standard eruiert hat, hat Benko rund 170 Mio. Euro für das Paket springen lassen; um 30 Millionen weniger, als sich die Verkäufer ursprünglich gewünscht hatten.

Schlüssiges Konzept

Laut BA-Vorstand Robert Zadrazil habe "Bestbieter" Benko "unsere Vorstellungen am besten erfüllt. Denn uns war neben einem angemessen Kaufpreis immer wichtig, dass ein Käufer der beiden Immobilien ein schlüssiges und für den Standort Wien attraktives Konzept vorlegt". Das Gebäude neben der Kirche Am Hof wurde 1913 als Sitz der Niederösterreichischen Escompte-Gesellschaft errichtet; bis 1912 war an dieser Stelle der Hofkriegsrat gestanden. Die Escompte-Gesellschaft wurde (wie der Bankverein) später mit der Creditanstalt verschmolzen.

Benko hat erst vor kurzem (mit Eco Business) das Immo-Paket der Bawag erstanden; die Kooperation wurde aber gelöst. Bei der Signa Holding (die nun über ein Immobilienvermögen von 2,5 bis drei Mrd. Euro verfügt) bleibt die Bawag-Zentrale in den Wiener Tuchlauben und ein Haus in der Kärntnerstraße 11. Beide Immobilien zusammen haben Benko letztlich an die 170 Mio. Euro gekostet.

Gemeinsame Entwicklung

Der Tiroler Immobilienentwickler will nun die benachbarten Immobilien der beiden Banken, Am Hof und in den Tuchlauben, zusammenführen und gemeinsam entwickeln. Um diese "einmalige Chance zu wahren", erklärte er dem Standard, "sind wir preislich ans Limit gegangen. Unsere Vision ist es, die rund 50.000 Quadratmeter, die nach dem Auszug der Banken zur Verfügung stehen, für ein Luxushotel, servicierte Penthäuser Geschäfte und Büros" zu nützen. zahlreiche Luxus-Hotelbetreiber hätten sich bereits gemeldet. Wie er sich den Umbau der denkmalgeschützten Länderbank-Zentrale vorstelle? Benko: "Wir haben bereits Abstimmungsgespräche mit der Stadt geführt, wir planen die Seitzergasse (derzeit Eingang zu Bawag; Anm.) und das Haus Am Hof ab dem zweiten Stock miteinander zu verbinden. 2011 soll das alles fertiggestellt sein."

Das weniger traditionsreiche (1992 renovierte) Z-Bürohaus wird vorher bereit für neue Mieter (Büros) sein, spätestens Anfang 2010 will Benko mit der Renovierung fertig sein. (Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 12.8.2008)

 

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    Wo einst das Kriegsministerium und später die Länderbank stand (Am Hof in Wien 1), will René Benko ein Luxushotel errichten.

  • Benko hat das erste Immo-Paket der Bank 
Austria erworben.
    foto: standard/urban

    Benko hat das erste Immo-Paket der Bank Austria erworben.

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