Machtteilung in Aussicht

11. August 2008, 18:53
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Oppositionschef als Premier im Gespräch

Harare - Die Gespräche über eine Beilegung des politischen Machtkampfs in Simbabwe machen nach Darstellung von Präsident Robert Mugabe gute Fortschritte. Mugabe hatte mit Oppositionschef Morgan Tsvangirai von der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) sowie mit dem Anführer einer kleineren Oppositionsgruppierung bis in die Morgenstunden über eine Machtteilung verhandelt. Die vom südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki vermittelten Gespräche sollten am Montag fortgesetzt werden.

"Wir verbrachten eine lange Nacht, in der wir über einige kleine Hindernisse verhandelt haben", sagte Mugabe über die 14-stündigen Gespräche. "Ich dachte schon, ich müsste meine Faust erheben, aber Mbeki blieb gelassen und sagte: Lasst uns weitersprechen." MDC-Chef Tsvangirai lehnte eine Stellungnahme ab. Am Sonntag hatten Teilnehmer der Verhandlungen berichtet, sie stünden kurz vor einer Einigung auf eine Einheitsregierung. Demnach solle Mugabe Präsident bleiben und Tsvangirai das Amt des Regierungschefs übernehmen. Tsvangirai würde eine Übergangsregierung bis zu Neuwahlen führen, für die ein Zeitpunkt in zwei bis fünf Jahren zur Diskussion steht.

Bei der Frage der Landreform hat sich die MDC laut der südafrikanischen Zeitung City Press zu einer Anerkennung des Status quo bereiterklärt. Die zum Teil chaotisch verlaufene Vertreibung der weißen Farmer solle nicht umgekehrt werden, doch solle ihnen Kompensation gezahlt werden. (Reuters/DER STANDARD, Printausgabe, 12.8.2008)

 

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