Kanada will Anspruch auf Arktis wissenschaftlich belegen

11. August 2008, 16:49
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Minister: Von Moskau geforderter Lomonsow-Rücken ist in Wirklichkeit mit der nord­ameri­kanischen Kontinentalplatte verbunden

Ottawa - Im Ringen um die Rohstoffschätze unter dem Polareis will Kanada erstmals seine Gebietsansprüche in der Arktis wissenschaftlich untermauern. Gemeinsame Forschungen mit Dänemark hätten ergeben, dass der von Moskau beanspruchte unterseeische Lomonsow-Rücken tatsächlich mit der nordamerikanischen Kontinentalplatte sowie mit Grönland verbunden sei, erklärte der kanadische Minister für natürliche Ressourcen, Gary Lunn.

Kanada will 1,75 Millionen Quadratkilometer

Nach seinen Angaben hat Kanada damit Anspruch auf ein rund 1,75 Millionen Quadratkilometer großes Gebiet. Das entspricht in etwa der dreifachen Größe Frankreichs. Lunn kündigte an, die Ergebnisse am Wochenende auf dem Internationalen Geologie-Kongress in Oslo vorzustellen.

Die fünf Anrainerstaaten der Arktis - die USA, Russland, Dänemark, Norwegen und Kanada - streiten sich derzeit um ihre Ansprüche auf die Arktis. Seit durch den Klimawandel das Polareis schmilzt, wachsen auch Begehrlichkeiten zur Nutzung der freiwerdenden Meeresgebiete in der Arktis. Unter dem Eis wird rund ein Viertel der weltweit vorhandenen Erdöl- und Erdgasvorkommen vermutet, durch die Gletscherschmelze ließen diese sich bald ausbeuten.

Nutzbare 200-Seemeilen-Zone

Wer die unter dem Polareis versteckten Rohstoffe nutzen darf, ist umstritten. Jedem der fünf Anrainerstaaten steht nach internationalem Recht eine 200-Seemeilen-Zone vor der Küste zur ausschließlichen wirtschaftlichen Nutzung zu. Für jede weitere Nutzung müssen sie wissenschaftlich belegen, dass das Gebiet Teil ihres Territoriums ist.

Russland hatte im vergangenen Jahr für heftige Proteste gesorgt, als es zum Zeichen seines Anspruches auf die Rohstoffvorkommen der Arktis eine russische Flagge auf dem Grund des Ozeans hisste. Laut russischen Forschern gehört der Lomonosow-Rücken zum sibirischen Festland. (APA)

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    Der Lomonsow-Rücken verläuft von Russland bis zur Grönland durch den Nordpol.

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