ÖVP fordert für Wien gläserne Autotürme

11. August 2008, 13:42
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Die "Flying-Park-Boxen" sollen bis zu 80 Wagen aufnehmen und Parkplatzprobleme beheben - Die SPÖ zeigt sich skeptisch

Wien - Die Wiener ÖVP will im Kampf gegen die Parkplatznot auf gläserne Türme setzen: Bis zu 80 Wagen könnten in den hell erleuchteten "Flying-Park-Boxen" unterkommen. Diese seien eine Ergänzung zum bestehenden Volksgaragenbau gedacht, unterstrich VP-Planungssprecher Alfred Hoch am Montag in einer Pressekonferenz. Der Vorteil gegenüber der unterirdischen Parkvariante sei eine kürzere Bauzeit, geringerer Flächenbedarf und die diebstahlsichere Unterbringung der Wagen.

Einsparungen gegenüber herkömmlichen Stellplätzen

Gegenüber herkömmlichen Stellplätzen könne bis zu ein Drittel der verbrauchten Fläche eingespart und Radfahrern, Fußgängern und schlichtem Grünraum zur Verfügung gestellt werden. Bei einem Flächenverbrauch von rund 50 Quadratmetern ließen sich in den Autohochhäusern 30, bei etwas erhöhtem Grundriss sogar 80 Fahrzeuge unterbringen. Die Türme sollten sich in ihrer Höhe immer an der umgebenden Bebauung orientieren, so Hoch.

Nach der Einfahrt solle sich der Fahrer mittels Kredit- oder Bankomatkarte registrieren, die Bezahlung solle über Bankeinzug oder Barzahlung erfolgen. Eine Kombination mit dem bestehenden Parkpickerl sei allerdings wünschenswert, unterstrich Hoch: "Ganz wichtig ist, dass man diese Parkplätze auf für die Anrainer schafft." Danach wird das Auto mittels Lift zu seinem Platz im Turm gebracht.

Kein Angstraum

Die hell erleuchteten Glasmonumente würden - im Gegensatz zur versenkten Garage - nicht als Angstraum fungieren, könnten den Straßenraum attraktivieren und helfen, "heruntergekommene Stadtviertel" aufzuwerten. Ein Nachteil gegenüber der klassischen Volksgarage seien allerdings die Kosten: Der einzelne Stellplatz dürfte mit 23.000 Euro rund 1.500 Euro mehr kosten als der unterirdische.

 

Die SPÖ sieht den ÖVP-Vorschlag indessen skeptisch. Die Stadt habe früher selbst derartige Überlegungen angestellt, so SP-Gemeinderat Siegi Lindenmayr am Montag in einer Aussendung. Hinderungsgründe seien die Ablehnung der Anrainer und die hohen Errichtungskosten gewesen. Viele Bewohner würden sich gegen Grünraumvernichtung wehren. "Nicht jedermanns Sache ist es, vor ihren Fenstern mit in der Nacht hell erleuchteten Parkplatztürmen konfrontiert zu sein, so Lindenmayr. (APA)

  • "Flying-Park-Boxen" propagiert die Wiener ÖVP als Lösung für das Parkplatzproblem in der Bundeshauptstadt.
    foto: oevp wien/martin rella

    "Flying-Park-Boxen" propagiert die Wiener ÖVP als Lösung für das Parkplatzproblem in der Bundeshauptstadt.

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