Journalisten kritisieren Bespitzelung

11. August 2008, 13:25
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Internationaler Journalistenverband legte bei Behörden Protest ein

Der Internationale Journalistenverband IFJ hat am Montag gegen die Bespitzelung von Journalisten bei den Olympischen Spielen durch Sicherheitskräfte Beschwerde bei den chinesischen Behörden eingelegt. Hintergrund ist, dass Sicherheitskräfte in Zivil in den vergangenen Tagen mehreren Reportern gefolgt waren. Nach Angaben der betroffenen Journalisten wurden sowohl sie selbst wie auch ihre Notizblöcke fotografiert. In einem weiteren Fall nahmen Sicherheitskräfte chinesischen Journalisten ihre Notizblöcke weg, nachdem sie US-Athleten zu dem tödlichen Messerangriff auf einen amerikanischen Touristen in Peking befragt hatten.

Die neuerliche Auseinandersetzung folgte auf den wochenlangen Streit um die Internet-Zensur. "Das ist eine nicht akzeptable Beeinträchtigung der Arbeit von Journalisten", kritisierte IFJ-Generalsekretär Aidan White. Der Verband forderte die chinesischen Behörden auf, die Pressefreiheit zu respektieren.

Der IFJ ist mit 600.000 Mitgliedern in 100 Ländern der weltgrößte Journalistenverband. Sicherheitskräfte waren am Wochenende unter anderem eingeschritten, als Reporter aus dem Ausland und Hongkong vor dem olympischen Pressezentrum einen wütenden Pekinger befragten, der sich über zu geringe Entschädigung für den Abriss seines Hauses beklagte. Sie machten Aufnahmen von allen anwesenden Reportern, anschließend wurde der Demonstrant abgeführt.

Das Olympia-Organisationskomitee BOCOG erklärte zu dem Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen chinesische Journalisten, die Reporter hätten das Recht, über die Spiele zu berichten. "Ihre Rechte sind durch die chinesischen Gesetze geschützt", sagte BOCOG-Sprecher Sun Weide. (APA/dpa)

 

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